L-04

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Titel Aufstiegschancen durch Bildung. Beste Bildung NRW – ein Leben lang!

AntragstellerInnen Landesvorstand der NRWSPD

Veranstaltung(en) I/2019

Empfehlung der AntragskommissionAnnahme in der Fassung der Antragskommission

Der Landesparteitag möge beschließen:

Aufstiegschancen durch Bildung. Beste Bildung NRW – ein Leben lang!

UNSERE GRUNDANNAHMEN

Ja, ein neues Bildungspapier!

Seit Jahren und Jahrzehnten beschäftigen wir uns mit dem Thema Bildung. Und es gibt Fortschritte, viele kleine und auch durchaus große Schritte, wie z.B. bei Inklusion, Ganztag und Schulsozialarbeit. Aber dies sind zugleich Beispiele für die mühsame und langwierige Arbeit an der Veränderung, wir sind noch nicht am Ziel.

Und Veränderung tut not, um für alle Menschen Bildungschancen zu eröffnen.

In vielen Diskussionen in Partei und Fraktion haben wir dieses Papier entwickelt. Sicher gibt es in einzelnen Fragen der Umsetzung unterschiedliche Vorstellungen – aber viel wichtiger sind die großen Gemeinsamkeiten. Und deshalb werden wir die in den Mittelpunkt stellen.

 

Gerade die SPD weiß, dass Bildung gelingen muss.

Bildung gehört zur DNA der Sozialdemokratie, zu unseren Anfängen in der Emanzipationsbewegung und der Aufklärung des 19. Jahrhunderts genauso wie zum Aufstiegsversprechen des 20. Jahrhunderts. Unsere Kernthemen wie Freiheit, Gerechtigkeit und Solidarität gehören eng zu jedem Bildungsprozess.

Aber jede Zeit hat ihre eigenen Herausforderungen. Heute ist es insbesondere die digitale Revolution, sind es die Demographie- und Wanderungsbewegungen, die ökologischen Herausforderungen oder die immer größer werdende soziale Ungleichheit und Spaltung in der Gesellschaft. Immer mehr Menschen haben Angst, ihre Arbeit zu verlieren oder ihre Familie nicht ernähren zu können und sie betrachten Politik und Demokratie mit Misstrauen. Für diese Menschen und diese Herausforderungen geben wir Antworten mutig und konsequent.

 

Bildung ist mehr als Lernen – Lernen ist mehr als Schule.

Deshalb arbeiten wir weiter am „Haus des Lebenslangen Lernens“.

Vom ersten Tag unseres Lebens an lernen wir dazu und das hört nicht auf bis ins hohe Alter – jeden Tag und jede Stunde sammeln wir Erfahrungen und Wissen, erweitern Fertigkeiten und erproben uns in neuen Situationen.

 

Deshalb nehmen wir Bildung überall und im gesamten Leben von Menschen in den Blick – von Familie und Kita bis zur Weiterbildung. Für uns ist Lernen nicht nur die Aneignung von Wissen – genauso wichtig sind uns die emotionale, die soziale, die gesundheitliche und die kulturelle Entwicklung der Menschen.

Dabei ist und bleibt die Schule ein zentraler und oft entscheidender Ort für das Lernen. Alle Erfahrungen im nationalen und internationalen Vergleich zeigen, dass frühe Entscheidungen über Bildungskarrieren in die Irre führen. Deshalb bleibt unser Ziel eine Schule für alle! Angesichts der unübersichtlichen Menge an Schulformen in NRW halten wir in einem ersten Schritt hier eine Reduzierung für überfällig. Den Übergang dorthin werden wir verantwortungsvoll organisieren.

Damit Schulen auch Orte des gemeinsamen Lebens werden, werden wir kommunale und regionale Bildungslandschaften und die Öffnung von allen Bildungseinrichtungen in den Sozialraum fördern.

 

Konsequent für alle Menschen

Nicht für Institutionen, sondern für jeden einzelnen Menschen muss Bildung gelingen.

Dafür müssen je nach individuellen Voraussetzungen, Möglichkeiten und Bedürfnissen der Menschen unterschiedliche Rahmenbedingungen geschaffen werden. Daraus folgt, dass wir offene Systeme beschreiben müssen, in denen alle Beteiligten klaren Prinzipien folgen bei einer größtmöglichen Handlungsfreiheit.

 

Eine Klarstellung zur Inklusion und Integration

Wir sind davon überzeugt, dass jeder Mensch Fähigkeiten und Begabungen besitzt, die er in die Gesellschaft einbringen kann. Das heißt auch, dass wir unser gesamtes Verständnis von Bildung und menschlichem Miteinander überprüfen müssen und ein Bildungssystem schaffen, in dem jeder Mensch seinen Platz findet und zwar unabhängig von seinem kulturellen oder sozialen Hintergrund und von individuellen Beeinträchtigungen. Die Herausforderungen von Inklusion und Integration und die hervorragenden Leistungen der Bildungseinrichtungen wollen wir dabei nicht vergessen und auch nicht klein reden. Aber wir wissen, in einem auf Homogenität ausgerichteten selektiven Bildungssystem kann es keine wirkliche Inklusion geben. Deshalb brauchen wir keine kleinen Verbesserungen, sondern Akzeptanz und individuelle Förderung für alle Menschen.

 

Konsequent in den Forderungen

Wir haben in den meisten Themen kein Erkenntnisproblem, sondern ein Umsetzungsproblem. Deshalb werden wir unsere Ziele konkret und konsequent formulieren, die notwendigen Umsetzungsschritte beschreiben und mit Geld hinterlegen. Oft genug haben wir die Schere der Umsetzungsschwierigkeiten schon im Kopf – das schwächt unsere Haltung. Klarheit und Eindeutigkeit sind aber notwendig, damit sich etwas ändert. Denn wir haben ein Ziel: Alle Kinder sollen zu Höchstleistungen gefordert und gefördert werden, weil wir in den Bildungsbereichen an die Spitze kommen.

 

Damit Bildung gelingt, brauchen Menschen … 

  1. freien Zugang zu Bildung
  2. Spaß am Lernen und Lust am Erfolg
  3. Anleitung und Unterstützung durch engagierte Menschen
  4. soziale und demokratische Kompetenz
  5. ein stabiles Fundament an Wissen und Kompetenzen
  6. Angebote und Anreize für Spitzenleistungen
  7. Bildung, die in der Zukunft trägt

 

Und nicht zuletzt:
Gute Bildung braucht eine gute Finanzierung!

 

1. Freier Zugang zu Bildung

Immer noch entscheiden die Postleitzahl des Wohnortes und die Herkunft der Eltern über die Chancen in Schule, Ausbildung, Studium und Beruf. Fast 80 Prozent der Akademikerkinder, aber nur 44 Prozent der Kinder, deren Eltern kein Abitur haben, machen selbst Abitur. Junge Erwachsene mit ausländischen Nachnamen bekommen wesentlich schlechter einen Ausbildungs- und Arbeitsplatz. An der betrieblichen Weiterbildung nehmen schlechter ausgebildete Männer und Frauen deutlich weniger teil und haben dadurch nur geringe Chancen auf Aufstieg. So wird soziale Auslese verfestigt.

Dagegen setzen wir auf freie und kostenfreie Bildung im gesamten Lebensverlauf.

 

Für unsere Kinder werden wir deshalb

  • Kitas komplett kostenfrei anbieten.
  • gutes Frühstück und Mittagessen kostenlos bereitstellen. Denn gut ernährte Kinder sind gesünder und aufnahmefähiger.

 

Für Schülerinnen und Schüler werden wir deshalb

  • ausreichend Schulplätze ortsnah zur Verfügung stellen.
  • Lehrbücher und andere Materialien wirklich kostenfrei machen.
  • Ganztagsplätze für alle Kinder bereitstellen und in den Kernzeiten den Ganztag kostenfrei machen.

 

Für junge Menschen in Ausbildung und Berufsschulen/-kollegs werden wir deshalb

  • alle Ausbildungsgänge kostenfrei anbieten.
  • den öffentlichen Nahverkehr kostenlos machen.
  • Wohnheimplätze und andere Unterbringungsmöglichkeiten zur Verfügung stellen.
  • Stipendien ausweiten für Auslandsaufenthalte oder Praktika.

Für Studierende werden wir deshalb

  • keine Studiengebühren erheben und die Sozialbeiträge deckeln.
  • Wohnen wieder bezahlbar machen durch viel mehr Studierendenwohnungen.
  • für BAFÖG-Anpassungen an die Lebenshaltungskosten sorgen.
  • den Quereinstieg durch Anerkennung von Leistungen vereinfachen.
  • Unterstützungen für Studierende aus Nicht-Akademikerfamilien ausweiten.

 

Für Erwachsene werden wir deshalb

  • ausreichend Plätze für das Nachholen von Schulabschlüssen jeder Stufe zur Verfügung stellen.
  • berufliche Weiterbildung fördern und unterstützen, indem wir den Meister wie den Master kostenfrei machen.
  • schulische und berufliche Weiterbildung durch BAFÖG und Stipendien unterstützen.
  • Hochschulen kostenfrei für Weiterbildung öffnen.
  • den „Bildungsscheck“ und die „Bildungsprämie“ ausweiten.

 

2. Spaß am Lernen und Lust am Erfolg

Schon Kleinkinder wollen mehr wissen und können, wollen die Welt erobern und freuen sich an jeder neuen Fähigkeit, an jedem Erfolg. Diese Neugier und den Wissensdurst wollen wir erhalten und fördern und individuelle (Lern-)Erfolge ermöglichen.
Wer lernt, soll das in seiner eigenen Geschwindigkeit und nach seinen eigenen Möglichkeiten tun können. Alle Menschen sollen sich beim Lernen wohlfühlen können, deshalb werden wir unsere großen Investitionsprogramme fortführen und auf außerschulische Lernorte ausweiten. Und wir werden Geld und Personal einsetzen, damit die Häuser und Räume auch dauerhaft schön bleiben.

 

Für Kinder werden wir deshalb

  • Spaß, Spiel und Musik genauso wie Sport und Bewegung besonders fördern.
  • spielerisches Lernen schon früh anbieten und dazu entsprechend ausgebildetes und gut bezahltes Personal auch in den Kitas
  • Neugier und Lernanreize in attraktiven und spannenden Situationen fördern; dazu gehören z.B. Waldkindergärten, Kindertheater u.a.m. Außerschulische Lernorte werden wir ausreichend
  • sportliche, ökologische und kulturelle Angebote, aber auch Zoobesuche u.ä. für Familien kostengünstig gestalten.
  • in allen Einrichtungen ausreichend ansprechendes und aktuelles Spiel- und Lernmaterial zur Verfügung
  • Kita, Schule und Jugendeinrichtung vernetzen, damit es einfacher für Kinder und Jugendliche wird, diese zu nutzen.

 

Für Schülerinnen und Schüler werden wir deshalb

  • Lehrpläne so offen gestalten, dass jedes Kind individuelle Lernfortschritte machen kann.
  • regelmäßig Lernverhalten und Lernfortschritte zur Motivation, aber auch zur Selbststeuerung rückmelden und dafür geeignetes Personal einsetzen. Noten sollen im kompetenzorientierten Lernen in ihrer Funktion relativiert werden.
  • starre Stundentaktungen zugunsten von Projektlernen und fächerübergreifendem Unterricht verlassen.
  • offene Lernsituationen schaffen und damit Freiräume öffnen und Eigenverantwortlichkeiten stärken.
  • Angebote zur Persönlichkeitsentwicklung, wie z.B. Theater-, Tanz- und Musik- und Sportprojekte, an allen Schulen vorhalten.
  • frustrierende Erfahrungen, die zur Schulverweigerung führen (können), vermeiden. Es wird kein Sitzenbleiben und Abschulen mehr geben.
  • Schulen so bauen bzw. umgestalten, dass sie Lern- aber auch Erlebnisraum und Lebensraum sind. Das bedeutet neben flexiblen Lernräumen auch Platz zum Toben, Räume für den Rückzug und fürs Essen sowie saubere Toiletten und Waschräume.
  • kurze Wege zur nächsten Schule organisieren, denn Kinder brauchen Zeit fürs Lernen und Spielen.

 

Für junge Menschen in Ausbildung und Berufsschulen/-kollegs werden wir deshalb

  • Lerninhalte und Lernmaterialien regelmäßig an die betriebliche Realität anpassen.
  • duale Wege von Ausbildung und höherem Schulabschluss ausweiten.
  • innerhalb des Berufsschulsystems alle Möglichkeiten des Wechsels und des Weiterlernens ausschöpfen.
  • ihre Ausbildung sowohl innerhalb des beruflichen Bildungssystems als auch für weitergehende Abschlüsse anerkennen und aufwerten.
  • begleitende und motivierende Beratung für Berufs- und Karrierewege anbieten.
  • neben den berufsvorbereitenden auch kulturelle, politische und sportliche Angebote attraktiv ermöglichen (z.B. Fahrten zu Gedenkstätten und Austausche).

 

Für Studierende werden wir deshalb

  • auf starre Anwesenheitspflichten verzichten.
  • Mitwirkung und Mitbestimmung im Hinblick auf ihre Studieninhalte ermöglichen.
  • den internationalen Austausch fördern und unterstützen.
  • mit den Hochschulen gemeinsam die Bachelorstudiengänge an betriebliche Anforderungen anpassen und damit den Studierenden bessere Erfolgschancen auf dem Arbeitsmarkt ermöglichen.
  • Lernorte verbessern mit ausreichenden und flexiblen Arbeitsplätzen in Bibliotheken, Cafeterien und auch Räumen für kleinere Arbeitsgruppen.
  • in der Mensa gutes, gesundes und preiswertes Essen bereithalten.

 

Für Erwachsene werden wir deshalb

  • Angebote der politischen, kreativen und der Gesundheitsbildung genauso anerkennen und finanziell ausstatten, wie berufsqualifizierende Angebote.
  • informell, nonformal oder im Ausland erworbenes Wissen anerkennen und zertifizieren, ohne dass zusätzliche Kosten entstehen.
  • den Bildungsurlaub so verändern, dass nicht nur Veranstaltungen im Inland und in geschlossenen Räumen anerkannt werden.

 

3. Anleitung und Unterstützung durch engagierte Menschen

Oft können wir uns noch im fortgeschrittenen Alter an Namen von Lehrenden oder AusbilderInnen erinnern. Ihre Bedeutung haben sie nicht nur durch die Vermittlung von Wissen, sondern oft durch ihre Persönlichkeit: Sie sind Vorbilder, UnterstützerInnen oder MahnerInnen. Und sie sind damit oft genug diejenigen, die über ein Gelingen oder ein Misslingen eines Schul- und Bildungsweges entscheiden.

 

Und deshalb müssen es die Besten sein, die diese Aufgaben übernehmen.

 

In allen Bildungsbereichen ist es eine große Herausforderung, Menschen zu finden, die lehren, unterstützen, motivieren und begleiten können. Neben einer qualitätsvollen Aus- und Weiterbildung ist eine regelmäßige Unterstützung z.B. durch Supervision von großer Bedeutung. Wir brauchen in Kitas, Schulen oder Hochschulen weniger Kontrolle und mehr Beratung und Hilfe bei der Weiterentwicklung.

In der vielfältigen Arbeit mit Kindern und Jugendlichen werden Lehrende gemeinsam mit SozialpädagogInnen und PsychologInnen in multiprofessionellen Teams zusammenarbeiten. Für nicht-pädagogische Aufgaben werden wir ausreichend zusätzliches Personal zur Entlastung einsetzen.

 

Für Kinder werden wir deshalb

  • in den Kitas ausreichend viele, gut ausgebildete und gut bezahlte ErzieherInnen einsetzen. Die Kind-ErzieherIn-Relation werden wir deutlich verbessern.
  • neben den „klassischen“ ErzieherInnen auch Fachkräfte für Diagnostik und besondere Förderangebote (Sprache, Motorik etc.) einsetzen.
  • ErzieherInnen entlasten durch zusätzliches nicht-pädagogisches Personal wie Verwaltungs- und Hauswirtschaftskräfte.
  • Eltern bei der Erziehung unterstützen und dazu Familienzentren besser fördern, damit sie sich noch stärker als bislang in den Sozialraum öffnen können.
  • Angebote für Familien wie Elterncafés u.ä. wohnortnah anbieten bzw. ausweiten.
  • den Übergang in die Grundschule vorbereiten und begleiten.

 

Für Schülerinnen und Schüler werden wir deshalb

  • motivierte und gut ausgebildete LehrerInnen zur Verfügung stellen. Dazu werden wir den Lehrberuf in allen Bereichen wieder attraktiver machen.
  • Unterstützung und Begleitung organisieren und dazu neben LehrerInnen auch z.B. SchulsozialarbeiterInnen und SchulpsychologInnen einsetzen. Ihre Aufgaben erledigen sie als gleichberechtigtes Mitglied des Schulteams und mit einer Vertretung im Schulleitungsteam.
  • in Schulen Personalvertretungen für die PädagogInnen ermöglichen.
  • von Anfang an die Schulentwicklung begleiten und unterstützen lassen.
  • im offenen Ganztag gut qualifizierte und entsprechend bezahlte Personen einsetzen.
  • nicht mehr zulassen, dass Beamtenrecht ungeeignete LehrerInnen schützt.
  • Lehrkräfte, insbesondere im Bereich der politischen oder geschichtlichen Bildung, als Vorbild für das Erlernen von Demokratie und Mitwirkung ausbilden.

 

Für junge Menschen in Ausbildung und Berufsschulen/-kollegs werden wir deshalb

  • auf die Qualität des Lehrpersonals besonders achten, gerade auch bei den notwendigen SeiteneinsteigerInnen.
  • für den Fachunterricht betriebsnahe Lehrpersonen zur Verfügung stellen.
  • in der betrieblichen Ausbildung die Anleitung durch die Ausbilder z.B. durch ausbildungsbegleitende Hilfen unterstützen und insgesamt die Qualität der betrieblichen Ausbildung überprüfen.

 

Für Erwachsene werden wir deshalb

  • leicht zugängliche und themenübergreifende Beratung sicherstellen.
  • Angebote der unterschiedlichen Einrichtungen (AA, Kammern, VHS, o.ä.) an zentralen Orten und/oder durch ein digitales Angebot zusammenfassen.
  • in den Angeboten der Weiterbildung qualifiziertes, zertifiziertes und entsprechend bezahltes Personal einsetzen.
  • beim Nachholen von Schulabschlüssen ausreichend LehrerInnen, aber auch Unterstützungs- und Begleitpersonen zur Verfügung stellen.

 

4. Soziale und demokratische Kompetenz

Menschen sind soziale Wesen; das gilt auch in Bildungsprozessen. Kinder lernen voneinander oftmals einfacher die Regeln einer Gruppe und auch in der Erwachsenenbildung lernen Menschen voneinander. Das wird begünstigt in Lerngruppen, welche die Vielfältigkeit der Gesellschaft widerspiegeln. Wir schätzen und fördern positives Sozialverhalten, Höflichkeit, Achtsamkeit und Respekt. Soziale Kompetenz wird zudem ganz wesentlich in der Freizeit erworben. Daher wollen wir auch außerschulische Lernorte und die kommunalen Bildungslandschaften weiter fördern und ausweiten.

 

Unser aller Leben in Gemeinschaften und der Gesellschaft steht vor der Herausforderung einer wachsenden sozialen Ungleichheit, die zu einer Spaltung unserer Gesellschaft und zu einem Misstrauen gegenüber Politik und Demokratie führt. Um diesen Strömungen konsequent entgegenzutreten, braucht es theoretische und praktische politische Bildung auf allen Ebenen. Denn politische Bildung vermittelt neben dem Erlernen freiheitlich-demokratischer Spielregeln Prinzipien für unser Zusammenleben wie Toleranz, Solidarität und Zivilcourage.

 

Für Kinder werden wir deshalb

  • schon früh Gemeinsamkeiten betonen und Verschiedenheit respektieren.
  • spielerisch Kooperation einüben und Konflikte aushalten lernen.
  • Sozialverhalten einüben als Basis unseres Zusammenlebens.
  • Mitwirkungschancen eröffnen und dabei auch kleine Kinder altersgerecht beteiligen.
  • den Ausbau und die Förderung von Plus-Kitas und Familienzentren vorantreiben, um „Ungleiches ungleich behandeln“ zu können und gezielt dort zusätzlich zu fördern, wo die Bedarfe am größten sind.

 

Für Schülerinnen und Schüler werden wir deshalb

  • altersübergreifenden Unterricht in der Grundschule fördern, damit Kinder von- einander und nach ihrem individuellen Lerntempo lernen können.
  • bei allem individualisierten Lernen auch stabile Gruppen bilden, um den Rückhalt zu stärken.
  • Unterschiedlichkeit und gemeinsames Lernen als Chance erlebbar machen.
  • Mitbestimmung über Schulparlamente ermöglichen, damit Demokratie früh erlernt werden kann. Den Schülervertretungen werden wir eigene Budgets zur Verfügung stellen.
  • die gesellschaftswissenschaftlichen Fächer und die Unterstützung demokratischen Handelns in allen Fächern stärken.
  • alle Aktivitäten unterstützen, die politische Bildung erfahrbar und erlebbar machen. Dazu gehören Ausflüge, Gedenkstätten- und andere Fahrten, Besichtigungen u.v.a.m., für die wir ausreichendes und vor Ort verwaltetes Geld zur Verfügung stellen.
  • internationalen Austausch für alle Kinder durch umfangreiche Stipendiensysteme ermöglichen.
  • z.B. durch konsequentes Teamteaching Transparenz in die Unterrichtsgestaltung und in den Umgang mit den Kindern bringen.
  • offensiv allen Anzeichen von Mobbing u.ä. entgegentreten.
  • in der Schulraumplanung eigene Räume für Treffen oder Rückzug der Kinder und Jugendlichen einplanen.

 

Für junge Menschen in Ausbildung und Berufsschulen/-kollegs werden wir deshalb

  • Persönlichkeitsentwicklung, Selbstsicherheit und Respekt fördern.
  • politisches Grundwissen und das Wissen um betriebliche Mitbestimmung ausweiten.
  • demokratische Spielregeln vermitteln und Mitwirkungsmöglichkeiten stärken.
  • das freiwillige soziale Jahr, einen Bundesfreiwilligendienst und andere Programme weiter aktiv fördern.
  • Angebote schaffen, um sich in einer globalisierten, transnationalen Welt und Arbeitswelt zurechtzufinden (z.B. Sprachkurse, Austauschprogramme etc.).

 

Für Studierende werden wir deshalb

  • Lernen in kleineren Gruppen und Projekten ausweiten.
  • übergeordnete Fähigkeiten wie Team- und Kooperationsfähigkeit systematisch fördern.
  • das Leitbild einer demokratischen Hochschule etablieren und mit Leben füllen.
  • Mitbestimmung in allen Gruppen sichern.

 

Für Erwachsene werden wir deshalb

  • Angebote der politischen, sozialen und Elternbildung ausbauen und kostenfrei anbieten.
  • den Bildungsurlaub bewerben und über seine Angebote beraten als Möglichkeit der Freistellung für selbstbestimmte politische Bildung.
  • den Bildungsurlaub zusätzlich für soziales und persönlichkeitsförderndes Lernen öffnen.
  • politische Bildungswerke besonders unterstützen.
  • Mitwirkungsorgane in der öffentlich geförderten Weiterbildung (wieder) beleben und zu Mitbestimmungsorganen ausbauen.

 

5. Ein stabiles Fundament an Wissen und Kompetenzen

Die Welt und ihre Herausforderungen werden immer komplexer. Das verführt dazu, Wissens- und Lerninhalte ständig auszuweiten und zu spezifizieren. Aber die technischen und sozialen Entwicklungen sind zu schnell, um alles vorausplanen zu können. Wichtiger ist es, stabiles Grundwissen zu vermitteln, auf das systematisch aufgebaut werden kann. Außerdem müssen Fertigkeiten und Fähigkeiten vermittelt werden, wie Wissen erschlossen und Neues gelernt werden kann.

Da das Lerntempo jedes Einzelnen unterschiedlich ist, müssen alle Lernsituationen ausreichend Zeit und Platz für individuelle Fortschritte lassen.

 

Für Kinder werden wir deshalb

  • schon in der Kita spielerisch Sprachlernen vermitteln.
  • bis zum Ende der Kita so viele Deutschkenntnisse vermitteln, dass die Kinder in der Grundschule lesen und schreiben lernen können.
  • ausreichend Bewegung ermöglichen, damit sie gesund aufwachsen. Dazu gehören gezielte Sportangebote, aber auch einfaches Austoben.
  • alle Angebote ausweiten, die die Neugier fördern und das spielerische Lernen unterstützen.
  • Geld für Ausflüge und Unternehmungen bereitstellen, das den Kitas zur Verfügung steht und dort verantwortet wird.

 

Für Schülerinnen und Schüler werden wir deshalb

  • genügend Zeit und Raum für das Erlernen von Lesen und Schreiben, den Grundrechenarten, Informatikgrundkenntnissen und Englischgrundkenntnissen geben.
  • durch Lernbegleitung, z.B. bei Übungsaufgaben, den Lernfortschritt unterstützen.
  • individualisiertes Lernen im eigenen Rhythmus ermöglichen.
  • Schule so gestalten, dass langsameres Lernen nicht als Scheitern, z.B. durch Sitzenbleiben, bestraft wird, sondern das eigene Lerntempo akzeptiert
  • Mehrsprachigkeit fördern und für Abschlüsse anerkennen.
  • in allen Fächern neben Wissensinhalten auch Kompetenzen zum Lernen und Weiterlernen vermitteln.

 

Für junge Menschen in Ausbildung und Berufsschulen/-kollegs werden wir deshalb

  • Zeit geben, eventuell Versäumtes in Ruhe nachzuholen.
  • neben der fachlichen Ausbildung eine gründliche Allgemeinbildung vermitteln.
  • das Lernen im Betrieb durch Hilfestellungen für die Ausbilder unterstützen.
  • ausreichend sowohl fachlich als auch pädagogisch qualifizierte LehrerInnen zur Verfügung stellen.
  • wohnortnahes Lernen ermöglichen, z.B. durch gemeinsame Klassen in artverwandten Berufszweigen.

 

Für Studierende werden wir deshalb

  • Vor- oder Einführungssemester zur Stabilisierung von Grundwissen oder zum Erlernen von wissenschaftlichem Arbeiten nicht auf die Regelstudienzeit anrechnen.
  • durch strukturierte Studieneingangsphasen den Zugang zum Studium erleichtern.
  • in den Bachelor-Studiengängen auf eine breite Grundlagenbildung Wert legen.

 

Für Erwachsene werden wir deshalb

  • Alphabetisierung und Grundbildungsangebote flächendeckend, aufsuchend und kostenfrei als Regelangebote vorhalten.
  • bei der Grundbildung auch Englisch und IT-Kenntnisse, aber auch Angebote zu Demokratie, Konsum, Verbraucherschutz und Gesundheit fördern.
  • Angebote einer zweiten Chance zum Erwerb eines qualifizierten Schulabschlusses ermöglichen.

 

6. Angebote und Anreize für Spitzenleistungen

Wir leben in einer globalen Wissensgesellschaft. Gerade in Deutschland brauchen wir hochspezialisierte Fachleute, um wirtschaftlich und gesellschaftlich konkurrenzfähig zu bleiben. In allen Altersgruppen und Gesellschaftsschichten gilt es, Talente zu entdecken und zu fördern. Dies gilt nicht nur in der akademischen Welt, sondern auch in Betrieben oder anderen Arbeitszusammenhängen.

 

Mit Spitzenleistung meinen wir dabei die jeweils persönliche Höchstleistung. Die kann sehr verschieden sein – wichtig ist nur, dass auf dem Weg jede Unterstützung zur Verfügung steht. Und das unabhängig von Geldbeutel, Vorbildung oder Herkunft der Eltern oder Familien.

Um dieses Ziel zu erreichen, werden sich alle Bildungseinrichtungen ändern müssen. Sie müssen sich auf Verschiedenheit einstellen und die individuelle Förderung in den Mittelpunkt stellen.

 

Für unsere Kinder werden wir deshalb

  • ein individuelles Unterstützungsangebot in der Kita vorhalten, damit alle Kinder nach ihren Begabungen gefördert werden.
  • Räume für non-formale Lernprozesse schaffen und die Persönlichkeitsentwicklung unterstützen.
  • die Neugier fördern und das pädagogische Angebot in den Kitas unterstützen und ausbauen. Dazu gehören beispielsweise Angebote für kleine ForscherInnen, aber auch die Zusammenarbeit mit Musikschulen u.v.a.m.

 

Für Schülerinnen und Schüler werden wir deshalb

  • anerkennen, dass Kinder nicht in allen Fächern und Aufgabenstellungen gleich begabt sind. Daher müssen ihnen unterschiedliche Lernfortschritte ermöglicht werden.
  • systematische Begabungsförderung in allen Schulen durchsetzen.
  • anregendes Unterrichtsmaterial in den Schulen zur Verfügung stellen.
  • die MINT-Fächer weiter finanziell fördern.
  • über ausgeweitete Berufsorientierung die Vielzahl von Berufs- und Karrierewegen aufzeigen.
  • Schulpreise für besonderes Engagement vergeben.

 

Für junge Menschen in Ausbildung und Berufsschulen/-kollegs werden wir deshalb

  • Berufsschulen und Berufskollegs in enger Verbindung mit Betrieben und Kammern auf den technisch neuesten Stand bringen und halten.
  • über die Unterstützung von Anschlussqualifizierungen (Meister-BAFöG) jederzeit Wege zur Weiterentwicklung öffnen.
  • handwerkliche und praktische Fähigkeiten wertschätzen und auch hier Spitzenleistungen unterstützen und durch Zertifizierung anerkennen.

 

Für Studierende werden wir deshalb

  • Universitäten und Fachhochschulen weiter stärken.
  • ausreichend Masterstudienplätze zur Verfügung stellen.
  • Karrierewege und -optionen eröffnen, auch für den wissenschaftlichen Mittelbau und für die öffentliche Verwaltung.
  • Frauen bei ihrer Karriereplanung besonders unterstützen.
  • Start-ups und Ausgründungen finanziell und organisatorisch unterstützen.

 

Für Erwachsene werden wir deshalb

  • Förderwege und Stipendiensysteme für Neu- und Weiterqualifizierungen ausbauen.
  • unabhängige Qualifizierungs- und Karriereberatung kostenfrei überall anbieten.
  • Freistellungen für berufliche Weiterentwicklung paritätisch finanziert ermöglichen.

 

 

7. Digitale Bildung, die in der Zukunft trägt

Die digitale Revolution schreitet fort und verändert Lebens- und Arbeitsbedingungen teilweise sehr grundlegend. Das bedeutet Chancen für Entwicklungen, aber durchaus auch Gefahren für die (Daten-) Sicherheit. Auf beides müssen Kinder und Erwachsene vorbereitet werden.

 

Dazu stellt auch die Globalisierung das Bildungssystem vor besondere Herausforderungen – Kinder, Jugendliche und Erwachsene müssen sich zunehmend einer internationalen Konkurrenz stellen. Neben sprachlichen Fähigkeiten sind vor allem Wissensdurst und kritische Offenheit für Neues entscheidende Erfolgsfaktoren.

 

Für Kinder werden wir deshalb

  • bereits in der KITA kindgerechte Angebote zur Medienerziehung vorhalten, damit Kinder den sinnvollen Umgang mit digitalen Medien lernen und diese besser einschätzen können.

 

Für Schülerinnen und Schüler werden wir deshalb

  • den Breitbandausbau an allen Schulen sicherstellen.
  • die Lehrkräfte mit digitalen Endgeräten ausstatten.
  • digitale Schulbücher und Unterrichtsmaterialien in den Schulen kostenfrei einführen.
  • die Nutzung von digitalen Medien und Serious Games im Unterricht aktiv vorantreiben.
  • vernetztes Denken fördern, indem wir stärker auf fächerübergreifende und projektorientierte Lernformen setzen.
  • Medienpädagogik und Medienkompetenz als festen Bestandteil in den Unterricht einbauen, um selbstbestimmt, kritisch und sicher mit Medien umgehen zu können.
  • Wissen zu Grundlagen der Informatik und der Funktionsweise digitaler Prozesse und Anwendungen vermitteln.

 

Für junge Menschen in Ausbildung und Berufsschulen/-kollegs werden wir deshalb

  • die Möglichkeiten der Digitalisierung nutzen und damit Lernen vereinfachen und verbessern, um SchülerInnen für die digitale Arbeitswelt fit zu machen.
  • regelmäßig und zeitnah Ausbildungsinhalte an die digitale Entwicklung anpassen.
  • mit PartnerInnen in Betrieben und zentralen Ausbildungsstellen das Anwendungslernen optimieren.

 

Für Studierende werden wir deshalb

  • die Möglichkeiten der Nutzung digitaler Lehrformate konsequent weiterentwickeln. Ziel ist, die Lehrveranstaltungen didaktisch weiter zu entwickeln und die Zugangsbarrieren zum Studium für Studierende zu verringern.
  • die Vernetzung der Hochschulen in der digitalen Lehre konsequent vorantreiben, um die gegenseitige Anerkennung von Lerninhalten zu ermöglichen und Studierenden damit die Möglichkeit geben, Lerninhalte an räumlich unterschiedlichen Orten zu erwerben.
  • ausreichende Fördermittel für die Weiterqualifizierung der Lehrenden an den Hochschulen unseres Landes zur Verfügung stellen, damit sich die Qualität der Lehre zeitgerecht weiterentwickeln kann.

 

Für Erwachsene werden wir deshalb

  • Weiterbildungsangebote und berufsbegleitende Studiengänge digital und frei verfügbar machen.
  • Volkshochschulen weiterentwickeln zu offenen Lern- und Bildungshäusern.
  • technikbasierte Lerninnovationen für alle verfügbar machen und durch LernbegleiterInnen unterstützen.
  • in der beruflichen oder zertifikatsgebundenen Bildung digitale Optimierungswerkzeuge (learning analytics) einsetzen, um Lernprozesse zu unterstützen.
  • die Entwicklung passgenauer Lernbausteine zur Unterstützung des individuellen Lernfortschritts finanzieren.
  • Anerkennungsverfahren für informell und nonformal erworbene Lerninhalte vereinfachen und beschleunigen.
  • Zertifikate digitalisieren und individuell und fälschungssicher anlegen.

 

Gute Bildung braucht eine gute Finanzierung
NRW wird Spitzenreiter bei den Bildungsausgaben

Wir wissen alle: Wenn wir bei der Bildung sparen, wird sich das früher oder später rächen. Und trotzdem liegt Deutschland bei den Bildungsausgaben deutlich, d.h. rund 30 Milliarden Euro pro Jahr, unter dem OECD-Durchschnitt. Und NRW liegt noch unter dem Bundesdurchschnitt. Deshalb ist unser klares Ziel, Spitzenreiter im Bundesdurchschnitt zu werden und dazu den Bildungsetat sukzessiv zu erhöhen.

 

Durch die Verteilung der zusätzlichen Gelder muss Bildungsgerechtigkeit hergestellt werden. Zunächst heißt das, dass wir Bildung im gesamten Lebensverlauf beitragsfrei machen. Und es heißt, dass bei größeren Herausforderungen auch die personellen und Sachausstattungen besser sein müssen.

 

Dabei gilt für alle Bereiche die Forderung „Ungleiches muss ungleich behandelt werden“. In diesem Zusammenhang muss auch eine sozialindexbasierte Verteilung von Mitteln in allen Bildungsbereichen geregelt werden. Noch immer ist Bildung und Teilhabe abhängig vom Geldbeutel der Eltern. Dies will die Sozialdemokratie ändern. Gerechtigkeit im Bildungssystem kann nur über ein beitragsfreies Bildungssystem erreicht werden. In diesem Zusammenhang müssen einheitliche Qualitätsstandards und Schulbaurichtlinien konsequent umgesetzt werden. Des Weiteren müssen Lösungen zur dauerhaften Finanzierung von Inklusion, Ganztag und Schulsozialarbeit gefunden und implementiert werden.

 

Wir brauchen einen New Deal. Eine neue Verantwortungsgemeinschaft zwischen Bund, Land und Kommunen ist hier gefragt. Zuständigkeiten sind für Familien aber auch für Schulen nicht mehr durchschaubar und Strukturen so angelegt, dass sie Prozesse eher lähmen als Lösungen für akute Probleme bereitstellen, wie z.B. bei der Finanzierung des Ganztages, einer Schulbaurichtlinie oder bei der Finanzierung des Digitalpaktes.

 

Regionale Bildungsnetzwerke leisten hier einen wichtigen Beitrag. Sie vernetzen Schulen mit den kommunalen Schul-, Jugend- und Sozialhilfeträgern und der Schulaufsicht. Wir müssen bei vorhandenen Vernetzungen und Partnerschaften genau prüfen, wie diese zum Wohl der Kinder verbessert und ausgeweitet werden können.

 

Für Kinder werden wir deshalb

  • die Ausgaben im Bereich der frühkindlichen Bildung deutlich erhöhen, um die realen Bedarfe abdecken und Qualitätsverbesserungen finanzieren zu können.
  • eine Sockelfinanzierung der Kitas einführen, um die Planungssicherheit für die Kita-Träger zu erhöhen und gesicherte Perspektiven für die Beschäftigten zu bieten.
  • die Ausbildung der ErzieherInnen wertschätzen und diese nach Tarif und sozialversichert bezahlen.
  • die Kita-Beiträge landesweit abschaffen, gesundes Essen fördern und perspektivisch auch die zusätzlichen Kosten für Frühstück und Mittagsverpflegung ganz abschaffen.

 

Für Schülerinnen und Schüler werden wir deshalb

  • die Schulen besser finanziell ausstatten.
  • die Lehrkräfte gerecht entlohnen – A13Z als Eingangsamt durchsetzen.
  • Schulen nach ihren Herausforderungen im Sozialraum fördern und einen schulscharfen Sozialindex einführen.
  • die Finanzierung des Ganztags sicherstellen.
  • die Zusammenarbeit zwischen Schule und der wirtschaftlichen Jugendhilfe stärken.
  • Schulsozialarbeit auskömmlich und durch eine Regelfinanzierung ausstatten.
  • SchulsozialarbeiterInnen und das pädagogische Fachpersonal besser entlohnen.

 

Für junge Menschen in Ausbildung und Berufsschulen/-kollegs werden wir deshalb

  • dafür Sorge tragen, dass die finanziellen Herausforderungen, z.B. die Umstellung auf G9, nicht zu Lasten der Berufsschulen gehen.
  • finanzielle Anreize für BerufsschullehrerInnen schaffen.
  • die Qualität der Ausbildung stärken und uns dafür einsetzen, dass die Ausbildung in faire Arbeit, mit guter Bezahlung und guten Arbeitsbedingungen mündet.
  • die Ausbildungsmindestvergütung auch in NRW konsequent vorantreiben.
  • die Finanzierung von Schulsozialarbeit fördern.

 

Für Studierende werden wir deshalb

  • ausreichend Studienplätze finanzieren.
  • Projektfinanzierungen einschränken und Regelfinanzierungen ausbauen.
  • ausreichende Kapazitäten im Bachelor-/Masterstudium zur Verfügung stellen.
  • die Hochschulen baulich zu modernen Orten der Wissensvermittlung weiterentwickeln.
  • auch zukünftig aufwachsend mehr Geld investieren, um gute Lehre und intensive Betreuung zu realisieren.
  • die Hochschulen für angewandte Wissenschaft finanziell stärken, um den gewandelten Anforderungen in Forschung und Lehre gerecht zu werden.

 

Für Erwachsene werden wir deshalb

  • die Landesfinanzierung für die Weiterbildung auf 10 Euro je EinwohnerIn anheben.
  • Stipendien- und Förderprogramme auskömmlich finanzieren.
  • öffentliche Weiterbildungsorte schaffen und die bestehenden modernisieren und dazu Landesfinanzierungen bzw. Bürgschaften bereitstellen.
  • mit den Tarifpartnern Vereinbarungen über Freistellungen für Weiterbildung treffen.
Empfehlung der AntragskommissionAnnahme in der Fassung der Antragskommission

Die folgende Fassung der Antragskommission ersetzt den bisherigen Beschluss des Landesvorstandes vollständig. Diese Fassung ist das Ergebnis aus den Diskussionen auf den vier regionalen Bildungsveranstaltungen und den regelmäßigen Treffen der Arbeitsgruppe „Beste Bildung NRW – ein Leben lang“. Um die Änderungen nachvollziehen zu können, sind die Sätze und Abschnitte, die entfallen, in der Fassung der Antragskommission durchgestrichen. Die hellen, kursiv dargestellten Passagen sind neu hinzugekommen.
 
Leitthema: Aufstiegschancen durch Bildung
Beste Bildung NRW – ein Leben lang!
 
Lebenslange Aufstiegschancen und ein gutes Leben für Alle durch beste Bildung in Nordrhein-Westfalen
 
UNSERE GRUNDANNAHMEN
 
Ja, ein neues Bildungspapier!
Seit Jahren und Jahrzehnten beschäftigen wir uns mit dem Thema Bildung. Und es gibt Fortschritte, viele kleine und auch durchaus große Schritte, wie z.B. bei Inklusion, Ganztag und Schulsozialarbeit. Aber dies sind zugleich Beispiele für die mühsame und langwierige Arbeit an der Veränderung, wir sind noch nicht am Ziel.
 
Und Veränderung tut not, um für alle Menschen Bildungschancen zu eröffnen.
In vielen Diskussionen in Partei und Fraktion haben wir dieses Papier entwickelt. Sicher gibt es in einzelnen Fragen der Umsetzung unterschiedliche Vorstellungen – aber viel wichtiger sind die großen Gemeinsamkeiten. Und deshalb werden wir die in den Mittelpunkt stellen.
 
Gerade die SPD weiß, dass Bildung gelingen muss.
Bildung gehört zur DNA der Sozialdemokratie: zu unseren Anfängen in der Emanzipationsbewegung und der Aufklärung des 19. Jahrhunderts genauso wie zum Aufstiegsversprechen des 20. Jahrhunderts. Unsere Kernthemen wie Freiheit, Gerechtigkeit und Solidarität gehören eng zu jedem Bildungsprozess.
Aber jede Zeit hat ihre eigenen Herausforderungen. Heute ist es insbesondere die digitale Revolution, sind es die Demographie- und Wanderungsbewegungen, die ökologischen Herausforderungen oder die immer größer werdende soziale Ungleichheit und Spaltung in der Gesellschaft. Immer mehr Menschen haben Angst, ihre Arbeit zu verlieren oder ihre Familie nicht ernähren zu können. Sie betrachten Politik und Demokratie mit Misstrauen. Rechtspopulisten versuchen mit einfachen Antworten und menschenverachtenden Positionen diese Gefühlslage für sich zu nutzen. Deshalb wollen wir den Menschen Antworten auf diese Herausforderungen geben: mutig und konsequent. Für diese Menschen und diese Herausforderungen geben wir Antworten: mutig und konsequent.
Gute Bildung ist unsere wichtigste Ressource. In einer freien Gesellschaft erhöhen gut gebildete Menschen die Widerstandskraft der Demokratie.
 
Bildung ist mehr als Lernen – Lernen ist mehr als Schule.
Deshalb arbeiten wir weiter am „Haus des Lebenslangen
Lernens“.
Vom ersten Tag unseres Lebens an lernen wir dazu und das hört nicht auf bis ins hohe Alter – jeden Tag und jede Stunde sammeln wir Erfahrungen und Wissen, erweitern Fertigkeiten und erproben uns in neuen Situationen.
 
Deshalb nehmen wir Bildung überall und im gesamten Leben von Menschen in den Blick – von Familie und Kita bis zur Weiterbildung. Für uns ist Lernen nicht nur die Aneignung von Wissen – genauso wichtig sind uns die emotionale, die soziale, die gesundheitliche und die kulturelle Entwicklung der Menschen.
Dabei ist und bleibt die Schule ein zentraler und oft entscheidender Ort für das Lernen. Alle Erfahrungen im nationalen und internationalen Vergleich zeigen, dass frühe Entscheidungen über Bildungskarrieren in die Irre führen. Deshalb bleibt unser Ziel eine Schule für alle!
Wir wollen den quantitativen und qualitativen Ausbau der integrativen Systeme, um dem Elternwillen gerecht zu werden. Denn angesichts einer einerseits sozial gespaltenen und anderseits zunehmend individualisierten Gesellschaft braucht es mehr gesellschaftlichen Zusammenhalt. Damit Begegnung und Austausch der unterschiedlichen Milieus gefördert werden kann, sind Schulen, die von allen Kindern besucht werden, hilfreich. Unsere Gesamtschulen haben in den letzten 50 Jahren viele gute Erfahrungen gesammelt und beeindruckende Erfolge für den Bildungsaufstieg in NRW vorzuweisen. Aus diesen Erfahrungen können wir bei der Entwicklung unserer Schulen reichhaltig schöpfen.
Wir wissen aber auch, dass eine Strukturdebatte für die Mehrheit der Eltern nicht wirklich prioritär ist. Die vielen unterschiedlichen Schulformen verstehen heute die Wenigsten, umziehen wird schon innerhalb NRW schwierig. Deshalb halten wir für die unübersichtliche Menge an Schulformen in NRW in einem ersten Schritt eine Reduzierung für überfällig. Aber angesichts der unübersichtlichen Menge an Schulformen in NRW halten wir in einem ersten Schritt hier eine Reduzierung für überfällig. Den Übergang dorthin werden wir verantwortungsvoll organisieren. Die besten Erfahrungen aller Schulformen werden wir dabei mit einbeziehen.
Damit Schulen auch Orte des gemeinsamen Lebens werden, werden wir kommunale und regionale Bildungslandschaften und die Öffnung von allen Bildungseinrichtungen in den Sozialraum fördern.
 
Konsequent für alle Menschen
Nicht für Institutionen, sondern für jeden einzelnen Menschen muss Bildung gelingen.
Dafür müssen je nach individuellen Voraussetzungen, Möglichkeiten und Bedürfnissen der Menschen unterschiedliche Rahmenbedingungen geschaffen werden. Rahmenbedingungen müssen so gestaltet sein, dass sie die individuellen Voraussetzungen, Möglichkeiten und Bedürfnisse der Menschen unterstützen. Daraus folgt, dass wir offene Systeme beschreiben müssen, in denen alle Beteiligten klaren Prinzipien folgen bei einer größtmöglichen Handlungsfreiheit.
 
Eine Klarstellung zur Inklusion und Integration
Wir sind davon überzeugt, dass jeder Mensch Fähigkeiten und Begabungen besitzt, die er in die Gesellschaft einbringen kann. Das heißt auch, dass wir unser gesamtes Verständnis von Bildung und menschlichem Miteinander überprüfen müssen und ein Bildungssystem schaffen, in dem jeder Mensch seinen Platz findet und zwar unabhängig von seinem kulturellen oder sozialen Hintergrund und von individuellen Beeinträchtigungen. Die Herausforderungen von Inklusion und Integration und die hervorragenden Leistungen der Bildungseinrichtungen wollen wir dabei nicht vergessen und auch nicht klein reden. Aber wir wissen, in einem auf Homogenität ausgerichteten selektiven Bildungssystem kann es keine wirkliche Inklusion geben. Deshalb brauchen wir keine kleinen Verbesserungen, sondern Akzeptanz und individuelle Förderung für alle Menschen.
 
Konsequent in den Forderungen
Wir haben in den meisten Themen kein Erkenntnisproblem, sondern ein Umsetzungsproblem. Deshalb werden wir unsere Ziele konkret und konsequent formulieren, die notwendigen Umsetzungsschritte beschreiben und mit Geld hinterlegen. Oft genug haben wir die Schere der Umsetzungsschwierigkeiten schon im Kopf – das schwächt unsere Haltung. Klarheit und Eindeutigkeit sind aber notwendig, damit sich etwas ändert. Denn wir haben ein Ziel: alle Menschen sollen zu persönlichen Höchstleistungen gefordert und gefördert werden, damit wir in den Bildungsbereichen an die Spitze kommen. Wir wollen durch eine qualitativ hochwertige Bildung diese Menschen dazu befähigen, Verantwortung für das Gemeinwohl und eine demokratische Gemeinschaft zu übernehmen und Chancengleichheit zu gewährleisten.
 
Damit Bildung gelingt, brauchen Menschen …
 


  1. freien Zugang zu Bildung und Unterstützung bei den Übergängen im Bildungsverlauf

  2. Freude am Lernen und Lust am Erfolg

  3. Anleitung und Unterstützung durch engagierte Menschen

  4. soziale und demokratische Kompetenz

  5. ein stabiles Fundament an Wissen und Kompetenzen

  6. Angebote und Anreize für Spitzenleistungen

  7. Bildung, die in der Zukunft trägt


 
Und nicht zuletzt:
Gute Bildung braucht eine gute Finanzierung!
 
Gute Bildung braucht eine gute Finanzierung!
NRW wird Spitzenreiter bei den Bildungsausgaben!
Nach zahlreichen Diskussionen in der Partei und den vier Regionalkonferenzen in diesem Sommer zeigt sich, dass unsere bildungspolitischen Ziele von den Mitgliedern getragen werden. Unser Problem ist die Frage der Glaubwürdigkeit – innerhalb und außerhalb der Partei. Daher müssen wir uns auf die Ressourcenfrage konzentrieren und unsere Forderungen mit den notwendigen finanziellen Mitteln hinterlegen.
Denn wir wissen alle: Wenn wir bei der Bildung sparen, wird sich das früher oder später rächen.
 
Deutschland liegt bei den Bildungsausgaben deutlich, d.h. rund 30 Milliarden Euro pro Jahr, unter dem OECD-Durchschnitt. Und NRW liegt noch unter dem Bundesdurchschnitt. Deshalb ist unser klares Ziel, Spitzenreiter im Bundesdurchschnitt zu werden und dazu den Bildungsetat sukzessiv zu erhöhen.
 
Durch die Verteilung der zusätzlichen Gelder muss Bildungsgerechtigkeit hergestellt werden. Zunächst heißt das, dass wir Bildung im gesamten Lebensverlauf beitragsfrei machen. Und es heißt, dass bei größeren Herausforderungen auch die personellen und Sachausstattungen besser sein müssen. Das alles sind Investitionen in die Zukunft.
 
Dabei gilt für alle Bereiche die Forderung „Ungleiches muss ungleich behandelt werden“. In diesem Zusammenhang werden wir auch eine sozialindexbasierte Verteilung von Mitteln in allen Bildungsbereichen umsetzen. Noch immer ist Bildung und Teilhabe abhängig vom Geldbeutel der Eltern. Dies will die Sozialdemokratie auch mit einem schulscharfen Sozialindex ändern. Gerechtigkeit im Bildungssystem kann nur über ein beitragsfreies Bildungssystem erreicht werden. In diesem Zusammenhang müssen einheitliche Qualitätsstandards und Schulbaurichtlinien konsequent umgesetzt werden. Des Weiteren müssen Lösungen zur dauerhaften pflichtigen Finanzierung von Inklusion, Ganztag und Schulsozialarbeit gefunden und in Verantwortungsgemeinschaften implementiert werden.
 
Wir brauchen einen New Deal. Eine neue Verantwortungsgemeinschaft zwischen Bund, Land und Kommunen ist hier gefragt. Zuständigkeiten sind für Familien - aber auch für Schulen - nicht mehr durchschaubar und Strukturen so angelegt, dass sie Prozesse eher lähmen als Lösungen auf akute Probleme bereitstellen, wie z.B. bei der Finanzierung des Ganztages, einer Schulbaurichtlinie oder bei der Finanzierung des Digitalpaktes. Insgesamt setzen wir uns dabei für eine Aufhebung des Kooperationsverbotes zwischen Bund und Ländern ein.
 
Regionale Bildungsnetzwerke leisten hier einen wichtigen Beitrag. Sie vernetzen Schulen mit den kommunalen Schul-, Jugend- und Sozialhilfeträgern und der Schulaufsicht. Wir müssen bei vorhandenen Vernetzungen und Partnerschaften genau prüfen, wie diese zum Wohl der Kinder verbessert und ausgeweitet werden können.
Regionale Bildungsnetzwerke spielen auch in der Weiterbildung eine wichtige Rolle, insbesondere beim Ausbau unabhängiger Beratungsstrukturen und bei der Sicherstellung eines qualitätsvollen und umfassenden Weiterbildungsangebots. Die Koordinierungsfunktion sollte (wie bislang nach Gesetz) bei den Volkshochschulen liegen und muss personell und organisatorisch abgesichert werden.
 
Für Kinder werden wir deshalb

  • die Ausgaben im Bereich der frühkindlichen Bildung deutlich erhöhen, um die realen Bedarfe abdecken und Qualitätsverbesserungen finanzieren zu können.

  • eine Sockelfinanzierung der Kitas einführen, um die Planungssicherheit für die Kita-Träger zu erhöhen und gesicherte Perspektiven für die Beschäftigten zu bieten.

  • die Ausbildung der ErzieherInnen wertschätzen und diese nach Tarif und sozialversichert bezahlen.

  • die entlohnte praxisintegrierte Ausbildung der ErzieherInnen flächendeckend einführen und unterstützen.

  • die Anwendung der tarifpolitischen Errungenschaften auf alle Träger stärken.

  • die Kita-Beiträge landesweit abschaffen, gesundes Essen fördern und perspektivisch auch die zusätzlichen Kosten für Frühstück und Mittagsverpflegung ganz abschaffen.


 
Für Schülerinnen und Schüler werden wir deshalb

  • die Schulen besser finanziell ausstatten.

  • die Lehrkräfte gerecht entlohnen - A13Z als Eingangsamt durchsetzen.

  • alle grundständig ausgebildeten Lehrkräfte unabhängig von Schulform und Stufe eingruppieren.

  • danach schrittweise die ungleiche Bezahlung von angestellten und verbeamteten Lehrkräften aufheben.

  • Schulen nach ihren Herausforderungen im Sozialraum fördern und einen schul- scharfen Sozialindex einführen.

  • die Finanzierung des Ganztags sicherstellen.

  • die Zusammenarbeit zwischen Schule und der wirtschaftlichen Jugendhilfe stärken.

  • Schulsozialarbeit auskömmlich und durch eine Regelfinanzierung ausstatten.

  • SchulsozialarbeiterInnen und das pädagogische Fachpersonal besser entlohnen.

  • die soziale Arbeit an Schulen und die Arbeit von Ein-Fach-Lehrkräften und Werkstatt-/FachlehrerInnen ins-gesamt aufwerten.


 
Für junge Menschen in Ausbildung und Berufsschulen/-kollegs werden wir deshalb

  • dafür Sorge tragen, dass die finanziellen Herausforderungen, z.B. die Umstellung auf G9, nicht zu Lasten der Berufsschulen gehen.

  • finanzielle Anreize für BerufsschullehrerInnen schaffen.

  • die Qualität der Ausbildung stärken und uns dafür einsetzen, dass die Ausbildung in faire Arbeit, mit guter Bezahlung und guten Arbeitsbedingungen mündet.

  • die Ausbildungsmindestvergütung auch in NRW konsequent vorantreiben.

  • die Finanzierung von Schulsozialarbeit fördern.


 
Für Studierende werden wir deshalb

  • ausreichend Studienplätze bei besserer Betreuungsquote finanzieren.

  • Projektfinanzierungen einschränken und Regelfinanzierungen ausbauen.

  • ausreichende Kapazitäten im Bachelor-/Masterstudium zur Verfügung stellen.

  • die Hochschulen baulich zu modernen Orten der Wissensvermittlung weiterentwickeln.

  • auch zukünftig aufwachsend mehr Geld investieren, um gute Lehre und intensive Betreuung zu realisieren.

  • die Lehrbeauftragten deutlich besser bezahlen, um gute Lehre und intensive Betreuung zu ermöglichen und die unentbehrliche Arbeit der häufig „unsichtbaren“ Lehrbeauftragten wertzuschätzen.

  • die Hochschulen für angewandte Wissenschaft finanziell stärken, um den gewandelten Anforderungen in Forschung und Lehre gerecht zu werden.


 
Für Erwachsene werden wir deshalb

  • die Landesfinanzierung für die Weiterbildung auf 10 Euro je EinwohnerIn anheben.

  • Stipendien- und Förderprogramme auskömmlich finanzieren.

  • öffentliche Weiterbildungs-und Beratungsorte schaffen und die bestehenden modernisieren und dazu Landesfinanzierungen bzw. Bürgschaften bereitstellen.

  • mit den Tarifpartnern Vereinbarungen über Freistellungen für Weiterbildung treffen.

  • ausreichend Geld und Ressourcen für Teamteaching bereitstellen.


 
1. Freier Zugang zu Bildung und Unterstützung bei den Übergängen im Bildungsverlauf
 
Immer noch entscheiden die Postleitzahl des Wohnortes und die Herkunft der Eltern über die Chancen in Schule, Ausbildung, Studium und Beruf. Fast 80 % der Akademikerkinder, aber nur 44 Prozent der Kinder, deren Eltern kein Abitur haben, machen selbst Abitur. Junge Erwachsene mit ausländischen Nachnamen bekommen wesentlich schlechter einen Ausbildungs- und Arbeitsplatz. An der betrieblichen Weiterbildung nehmen gering qualifizierte Männer und Frauen deutlich weniger teil und haben dadurch nur geringe Chancen auf Aufstieg. So wird soziale Auslese verfestigt.
Als Sozialdemokratie werden wir uns auch weiterhin für gute Ausbildung einsetzen. Wir wissen, wie wertvoll unsere berufliche Bildung ist und wie wichtig eine gute Ausbildung und Qualifikation im Hinblick auf die Veränderung der Arbeitswelt ist. Daher werden wir das Berufsbildungsgesetz modernisieren und dafür konkrete Vorschläge machen.
Dagegen setzen wir auf freie, kostenfreie und barrierefreie Bildung im gesamten Lebensverlauf.
 
Für unsere Kinder werden wir deshalb

  • Kitas komplett kostenfrei anbieten und einen Rechtsanspruch sichern.

  • Kita-Plätze weiter ausbauen.

  • gutes Frühstück und Mittagsessen kostenlos bereitstellen. Denn gut ernährte Kinder sind gesünder und aufnahmefähiger.

  • den öffentlichen Nahverkehr kostenlos machen.


 
Für Schülerinnen und Schüler werden wir deshalb

  • ausreichend Schulplätze ortsnah zur Verfügung stellen.

  • die Quartierschulen stärken und im Fall der Grundschulen die Einzugsbezirke wieder einführen.

  • Lehrbücher und andere Materialien wirklich kostenfrei machen.

  • gutes Frühstück und Mittagsessen kostenlos bereitstellen und den Mehrwert guter Ernährung auch im Unterricht thematisieren.

  • Ganztagsplätze für alle Kinder bereitstellen und in den Kernzeiten den Ganztag kostenfrei machen. Die Ganztagsschule muss ein Bildungs-, Erziehungs- und Betreuungsangebot sein. Dies schließt in Zusammenarbeit mit der Jugendhilfe Ferienangebote, auch zur weiteren Förderung, mit ein. Der Wechsel von G8 zu G9 darf nicht zu weniger Ganztagsangeboten führen.

  • den öffentlichen Nahverkehr kostenlos machen.


 
Für junge Menschen in Ausbildung und Berufsschulen/-kollegs werden wir deshalb

  • alle Ausbildungsgänge kostenfrei anbieten.

  • den öffentlichen Nahverkehr für SchülerInnen unter 18 Jahren kostenlos machen und für ältere SchülerInnen ein vergünstigtes Azubi-Ticket einführen.

  • Wohnheimplätze und andere Unterbringungsmöglichkeiten zur Verfügung stellen.

  • Stipendien ausweiten für Auslandsaufenthalte oder Praktika.

  • Lehrmittelfreiheit einführen.

  • Schüler-BAföG einführen.


 
Für Studierende werden wir deshalb

  • keine Studiengebühren erheben und die Sozialbeiträge deckeln.

  • Wohnen wieder bezahlbar machen durch viel mehr Studierendenwohnungen.

  • für BAFÖG-Anpassungen an die Lebenshaltungskosten sorgen.

  • den Quereinstieg durch Anerkennung von Leistungen vereinfachen.

  • Unterstützungen für Studierende aus Nicht-Akademikerfamilien ausweiten.


 
Für Erwachsene werden wir deshalb

  • ausreichend Plätze für das Nachholen von Schulabschlüssen jeder Stufe zur Verfügung stellen.

  • berufliche Weiterbildung fördern und unterstützen, indem wir den Meister wie den Master kostenfrei machen und IT- wie auch Soft Skill-Angebote anbieten.

  • schulische und berufliche Weiterbildung durch BAFÖG und Stipendien unterstützen.

  • Hochschulen kostenfrei für Weiterbildung öffnen.

  • den „Bildungsscheck“ und die „Bildungsprämie“ verstetigen und ausweiten.


 
2. Freude am Lernen und Lust am Erfolg
 
Schon Kleinkinder wollen mehr wissen und können, wollen die Welt erobern und freuen sich an jeder neuen Fähigkeit, an jedem Erfolg. Diese Neugier und den Wissensdurst wollen wir erhalten und fördern und individuelle (Lern-)Erfolge ermöglichen.
Wer lernt, soll das in seiner eigenen Geschwindigkeit und nach seinen eigenen Möglichkeiten tun können. Alle Menschen sollen sich beim Lernen wohlfühlen können, deshalb werden wir unsere großen Investitionsprogramme fortführen und auf außerschulische Lernorte ausweiten. Und wir werden Geld und Personal einsetzen, damit die Häuser und Räume individuelles Lernen ermöglichen, motivieren und auch dauerhaft schön bleiben.
 
Für Kinder werden wir deshalb

  • Spaß, Spiel und Musik genauso wie Sport und Bewegung besonders fördern.

  • spielerisches Lernen schon früh anbieten und dazu entsprechend ausgebildetes und gut bezahltes Personal auch in den Kitas

  • fremd-/mehrsprachige ErzieherInnen engagieren und mehrsprachige Kitas fördern.

  • Neugier und Lernanreize in attraktiven und spannenden Situationen fördern; dazu gehören z.B. Waldkindergärten, Kindertheater u.a.m. Außerschulische Lernorte werden wir ausreichend

  • sportliche, ökologische und kulturelle Angebote, aber auch Zoobesuche u.ä. für Familien kostengünstig gestalten.

  • in allen Einrichtungen ausreichend ansprechendes und aktuelles Spiel- und Lernmaterial zur Verfügung

  • Kita, Schule und Jugendeinrichtung vernetzen, damit es einfacher für Kinder und Jugendliche wird, diese zu nutzen.

  • insgesamt für eine engere Kooperation von Jugendhilfe und Schule eintreten.

  • personelle Kontinuitäten und Kooperationen ermöglichen: ErzieherInnen in Grundschulen und SonderpädagogInnen in Kitas.


 
Für Schülerinnen und Schüler werden wir deshalb

  • Lehrpläne so offen gestalten, dass jedes Kind individuelle Lernfortschritte machen kann.

  • regelmäßig Lernverhalten und Lernfortschritte zur Motivation, aber auch zur Selbststeuerung rückmelden und dafür geeignetes Personal Noten sollen im kompetenzorientierten Lernen in ihrer Funktion relativiert werden.

  • starre Stundentaktungen zugunsten von Projektlernen und fächerübergreifendem sowie jahrgangsübergreifendem Unterricht verlassen.

  • offene Lernsituationen schaffen und damit Freiräume öffnen und Eigenverantwortlichkeiten stärken.

  • Fächer relativieren ohne Spezialisierungen aus dem Auge zu verlieren.

  • in Ganztagsschulen die Vorteile der Verlässlichkeit des gebundenen Ganztags mit der Experimentierfreunde und Interaktion von Fachkräften des offenen Ganztags, die keine LehrerInnen sind, verbinden.

  • beim Ganztag trägt die Verantwortung für die Ausgestaltung des Ganztags (Inhalte, Angebotszeiten und Budget) die Schulkonferenz.

  • Angebote zur Persönlichkeitsentwicklung, wie z.B. Theater-, Tanz- und Musik- und Sportprojekte, an allen Schulen.

  • für Eltern werden wir ein Konzept zur Partizipation in ihre Rolle entwickeln.

  • frustrierende Erfahrungen, die zur Schulverweigerung führen (können), vermeiden. Es wird kein Sitzenbleiben und Abschulen mehr geben.

  • Schulen so bauen bzw. umgestalten, dass sie Lern- aber auch Erlebnisraum und Lebensraum sind. Das bedeutet neben flexiblen Lernräumen auch Platz zum Toben, Räume für den Rückzug und fürs Essen sowie saubere Toiletten und Waschräume.

  • kurze Wege zur nächsten Schule organisieren, denn Kinder brauchen Zeit fürs Lernen und Spielen.

  • Modellschulen wie z.B. die PRIMUS-Schulen oder die Laborschule Bielefeld unterstützen und langfristig gemeinsam längeres Lernen ausbauen.


 
Für junge Menschen in Ausbildung und Berufsschulen/-kollegs werden wir deshalb

  • Lerninhalte und Lernmaterialien regelmäßig an die betriebliche Realität

  • duale Wege von Ausbildung und höherem Schulabschluss ausweiten.

  • innerhalb des Berufsschulsystems alle Möglichkeiten des Wechsels und des Weiterlernens ausschöpfen.

  • ihre Ausbildung sowohl innerhalb des beruflichen Bildungssystems als auch für weitergehende Abschlüsse anerkennen und

  • begleitende und motivierende Beratung für Berufs- und Karrierewege

  • neben den berufsvorbereitenden auch kulturelle, politische und sportliche Angebote attraktiv ermöglichen (z.B. Fahrten zu Gedenkstätten und Austausche, Vergünstigungen bei Freizeitangeboten).


 
Für Studierende werden wir deshalb

  • auf starre Anwesenheitspflichten verzichten.

  • neu: Mitwirkung und Mitbestimmung im Hinblick auf ihre Studieninhalte ermöglichen.

  • den internationalen Austausch fördern und unterstützen.

  • mit den Hochschulen gemeinsam die Bachelorstudiengänge an betriebliche Anforderungen anpassen und damit den Studierenden bessere Erfolgschancen auf dem Arbeitsmarkt ermöglichen.

  • regelmäßige, begleitende und motivierende Beratung für berufs- und Karrierewege ermöglichen.

  • Lernorte verbessern mit ausreichenden und flexiblen Arbeitsplätzen in Bibliotheken, Cafeterien und auch Räumen für kleinere Arbeitsgruppen.

  • in der Mensa gutes, gesundes und preiswertes Essen bereithalten.


 
Für Erwachsene werden wir deshalb

  • Angebote der politischen, kreativen und der Gesundheitsbildung genauso an- erkennen und finanziell ausstatten, wie berufsqualifizierende

  • informell, nonformal oder im Ausland erworbenes Wissen anerkennen und zerti- fizieren, ohne dass zusätzliche Kosten

  • den Bildungsurlaub so verändern, dass nicht nur Veranstaltungen im Inland und in geschlossenen Räumen anerkannt

  • die Ansprüche auf Bildungsurlaub deutlich ausweiten und so verändern, dass verschiedene Formen des Lebens anerkannt werden.


 
3. Anleitung und Unterstützung durch engagierte Menschen
 
Oft können wir uns noch im fortgeschrittenen Alter an Namen von ErzieherInnen, Lehrenden oder AusbilderInnen erinnern. Ihre Bedeutung haben sie nicht nur durch die Vermittlung von Wissen, sondern oft durch ihre Persönlichkeit: sie sind Vorbilder, UnterstützerInnen oder MahnerInnen. Und sie sind damit oft genug diejenigen, die über ein Gelingen oder ein Misslingen eines Schul- und Bildungsweges entscheiden.
 
Und deshalb müssen es die Besten sein, die diese Aufgaben übernehmen. Und wir müssen ihre Leistung anerkennen und wertschätzen.
 
In allen Bildungsbereichen ist es eine große Herausforderung, Menschen zu finden, die lehren, unterstützen, motivieren und begleiten können. Neben einer qualitätsvollen Aus- und Weiterbildung ist eine regelmäßige Unterstützung z.B. durch Supervision von großer Bedeutung. Wir sind für die Einführung von Feed-backsystemen, damit auch ErzieherInnen und Lehrkräfte sich besser selbst reflektieren können. Dabei muss die Kita- und Schulleitung eine entscheidende Rolle einnehmen.Wir brauchen in Kitas, Schulen oder Hochschulen weniger Kontrolle und mehr Beratung und Hilfe bei der Weiterentwicklung.
 
In der vielfältigen Arbeit mit Kindern und Jugendlichen werden Lehrende gemeinsam mit SozialpädagogInnen und PsychologInnen in multiprofessionellen Teams zusammenarbeiten. Für nicht-pädagogische Aufgaben werden wir ausreichend zusätzliches Personal zur Entlastung einsetzen.
 
Für Kinder werden wir deshalb

  • in den Kitas ausreichend viele, gut ausgebildete und gut bezahlte ErzieherInnen einsetzen. Die Kind-ErzieherIn-Relation werden wir deutlich

  • neben den „klassischen“ ErzieherInnen auch Fachkräfte für Diagnostik und besondere Förderangebote (Sprache, Motorik etc.)

  • ErzieherInnen entlasten durch zusätzliches nicht-pädagogisches Personal wie Verwaltungs- und Hauswirtschaftskräfte.

  • Eltern bei der Erziehung unterstützen und dazu Familienzentren besser fördern, damit sie sich noch stärker als bislang in den Sozialraum öffnen können.

  • Angebote für Familien wie Elterncafés u.ä. wohnortnah anbieten bzw. ausweiten.

  • den Übergang in die Grundschule vorbereiten und begleiten.


 
Für Schülerinnen und Schüler werden wir deshalb

  • motivierte und gut ausgebildete LehrerInnen zur Verfügung stellen. Dazu werden wir den Lehrberuf in allen Bereichen wieder attraktiver machen.

  • die Durchlässigkeit des Systems für Lehrer erhöhen: der Wechsel zwischen Kinderbildung und Erwachsenenbildung muss vereinfacht werden. Quereinstiege in alle Bereiche der Bildung erleichtern.

  • Unterstützung und Begleitung organisieren und dazu neben LehrerInnen auch z.B. SchulsozialarbeiterInnen und SchulpsychologInnen einsetzen. Ihre Aufgaben erledigen sie als gleichberechtigte Mitglieder des Schulteams und mit einer Vertretung im Schulleitungsteam.

  • in Schulen Personalvertretungen für die PädagogInnen ermöglichen.

  • von Anfang an die Schulentwicklung begleiten und unterstützen lassen.

  • im offenen Ganztag gut qualifizierte und entsprechend bezahlte Personen einsetzen.

  • die Persönlichkeit der Lehrkräfte, die eine besondere Rolle im Bildungsprozess spielt, stärken und den PädagogInnen mit Wertschätzung begegnen. Umgekehrt aber auch Rollenklarheit von LehrerInnen und eine besondere Verantwortung für die anvertrauten Kinder und Jugendlichen erwarten. Da-raus folgt: Eine neue Fehlerkultur, Zusammenarbeit imKollegium und zwischen unterschiedlichen Professionen in der Schule, eine Fort- und Weiterbildungs-bereitschaft. Beamte KollegInnen sind als „StaatsdienerInnen“ hierbei insbesondere Vorbilder und genießen bestimmte Privilegien. Sie müssen deshalb auch im Zweifel mit Sanktionen rechnen, wenn sie dieser Funktion nicht nachkommen. Den Wechsel in andere Bereiche des öffentlichen Diensts wollen wir ermöglichen.Umgekehrt nicht mehr zulassen, dass Beamten-recht ungeeignete LehrerInnen schützt.

  • Lehrkräfte, insbesondere im Bereich der politischen oder geschichtlichen Bildung, als Vorbild für das Erlernen von Demokratie und Mitwirkung ausbilden.

  • Doppelbesetzungen im Unterricht und kleinere Klassen im Rahmen des Sozialindex einführen.

  • kleinere Klassengrößen durchsetzen.

  • eine Vertretungsreserve stellen und steigern.


 
Für junge Menschen in Ausbildung und Berufsschulen/-kollegs werden wir deshalb

  • auf die Qualität des Lehrpersonals besonders achten, gerade auch bei den notwendigen SeiteneinsteigerInnen.

  • für den Fachunterricht Lehrpersonen mit Nähe zur betrieblichen Realität zur Verfügung stellen.

  • in der betrieblichen Ausbildung die Anleitung durch die Ausbilder z.B. durch aus- bildungsbegleitende Hilfen unterstützen und insgesamt die Qualität der betrieblichen Ausbildung überprüfen.


 
Für Erwachsene werden wir deshalb

  • leicht zugängliche, themenübergreifende und geprüfte Beratung sicherstellen.

  • Angebote der unterschiedlichen Einrichtungen (AA, Kammern, VHS, o.ä.) an zentralen Orten und/oder durch ein digitales Angebot zusammenfassen.

  • in den Angeboten der Weiterbildung qualifiziertes, zertifiziertes, entsprechend bezahltes und sozial abgesichertes Personal einsetzen.

  • beim Nachholen von Schulabschlüssen ausreichend LehrerInnen, aber auch Unterstützungs- und Begleitpersonen zur Verfügung stellen.


 
4. Soziale und demokratische Kompetenz
 
Menschen sind soziale Wesen; das gilt auch in Bildungsprozessen. Kinder lernen voneinander oftmals einfacher die Regeln einer Gruppe und in der Erwachsenenbildung lernen Menschen voneinander. Das wird begünstigt in Lerngruppen, welche die Vielfältigkeit der Gesellschaft widerspiegelt. Wir schätzen und fördern positives Sozialverhalten, Höflichkeit, Achtsamkeit und Respekt. Soziale Kompetenz wird zudem ganz wesentlich in der Freizeit erworben. Daher wollen wir auch außerschulische Lernorte und die kommunalen Bildungslandschaften weiter fördern und ausweiten.
Unser aller Leben in Gemeinschaften und der Gesellschaft steht vor der Herausforderung einer wachsenden sozialen Ungleichheit, die zu einer Spaltung unserer Gesellschaft und zu einem Misstrauen gegenüber Politik und Demokratie führt. Um diesen Strömungen konsequent entgegenzutreten, braucht es theoretische und praktische politische Bildung auf allen Ebenen. Denn politische Bildung vermittelt neben dem Erlernen freiheitlich-demokratischer Spielregeln Prinzipien für unser Zusammenleben wie Toleranz, Solidarität und Zivilcourage.
 
Für Kinder werden wir deshalb

  • schon früh Gemeinsamkeiten betonen und Verschiedenheit respektieren.

  • spielerisch Kooperation einüben und Konflikte aushalten lernen.

  • Sozialverhalten einüben als Basis unseres Zusammenlebens.

  • Mitwirkungschancen eröffnen und dabei auch kleine Kinder altersgerecht beteiligen.

  • den Ausbau und die Förderung von Plus-Kitas und Familienzentren vorantreiben, um „Ungleiches ungleich behandeln“ zu können und gezielt dort zusätzlich zu fördern, wo die Bedarfe am größten sind.


 
Für Schülerinnen und Schüler werden wir deshalb

  • altersübergreifenden Unterricht in der Grundschule fördern, damit Kinder von- einander und nach ihrem individuellen Lerntempo lernen können.

  • bei allem individualisierten Lernen auch stabile Gruppen bilden, um den Rückhalt zu stärken.

  • Unterschiedlichkeit und gemeinsames Lernen als Chance erlebbar machen.

  • die Lehrkräfte als Vorbilder für das Erlernen von Demokratie und Mitwirkung ausbilden.

  • Mitbestimmung über Schulparlamente ermöglichen, damit Demokratie früh erlernt werden kann. Den Schülervertretungen, auch auf Bezirks- und Landesebene, werden wir eigene Budgets zur Verfügung stellen.

  • die gesellschaftswissenschaftlichen Fächer und die Unterstützung demokratischen Handelns in allen Fächern stärken.

  • grenzüberschreitende Kontakte zu den Nachbarn z.B. durch entsprechende Sprachangebote insbesondere in den grenznahen Regionen fördern.

  • alle Aktivitäten unterstützen, die politische Bildung erfahrbar und erlebbar machen. Dazu gehören Ausflüge, Gedenkstätten- und andere Fahrten, Besichtigungen u.v.a.m., für die wir ausreichendes und vor Ort verwaltetes Geld zur Verfügung stellen.

  • internationalen Austausch für alle Kinder durch umfangreiche Stipendiensysteme ermöglichen.

  • z.B. durch konsequentes Teamteaching Transparenz in die Unterrichtsgestaltung und in den Umgang mit den Kindern bringen.

  • zusätzlich hauptamtliche wie auch ehrenamtliche MitarbeiterInnen in den Bereichen Kultur (Kunst, Musik, Theater, etc.) und Sport fördern und schulen.

  • außerschulische Lernorte miteinbeziehen.

  • offensiv allen Anzeichen von (Cyber-) Mobbing u.ä. beispielsweise mithilfe von Fortbildungen z.B. zu Homophobie oder Rassismus entgegentreten.

  • durch Behandlung von Fragen zu sozialen und psychologischen Geschlechtern wie auch anderen Genderthemen z.B. im Rahmen des Sexualkundeunterrichts Verständnis vermitteln und das Miteinander fördern.

  • in der Schulraumplanung eigene Räume für Treffen oder Rückzug der Kinder und Jugendlichen einplanen.


 
Für junge Menschen in Ausbildung und Berufsschulen/-kollegs werden wir deshalb

  • Persönlichkeitsentwicklung, Selbstsicherheit und Respekt fördern.

  • politisches Grundwissen und das Wissen um betriebliche Mitbestimmung ausweiten.

  • demokratische Werte vermitteln und Mitwirkungsmöglichkeiten stärken.

  • das freiwillige soziale Jahr, einen Bundesfreiwilligendienst und andere Programme weiter aktiv fördern.

  • Angebote schaffen, um sich in einer globalisierten, transnationalen Welt und Arbeitswelt zurecht zu finden (z.B. Sprachkurse, Austauschprogramme etc.).


 
Für Studierende werden wir deshalb

  • Lernen in kleineren Gruppen und Projekten ausweiten.

  • übergeordnete Fähigkeiten wie Team- und Kooperationsfähigkeit systematisch fördern.

  • das Leitbild einer demokratischen Hochschule etablieren und mit Leben füllen.

  • Mitbestimmung in allen Gruppen sichern.

  • Engagement für die Zivilklausel unterstützen und diese für die Hochschulen in NRW fordern.


 
Für Erwachsene werden wir deshalb

  • Angebote der politischen, sozialen und Elternbildung ausbauen und kostenfrei anbieten.

  • den Bildungsurlaub bewerben und über seine Angebote beraten als Möglichkeit der Freistellung für selbstbestimmte politische Bildung.

  • den Bildungsurlaub zusätzlich für soziales und persönlichkeitsförderndes Lernen öffnen.

  • politische Bildungswerke besonders unterstützen.

  • Mitwirkungsorgane in der öffentlich geförderten Weiterbildung (wieder) beleben und zu Mitbestimmungsorganen ausbauen.


 
5. Ein stabiles Fundament an Wissen und Kompetenzen
 
Die Welt und ihre Herausforderungen werden immer komplexer. Das verführt dazu, Wissens- und Lerninhalte ständig auszuweiten und zu spezifizieren. Aber die technischen und sozialen Entwicklungen sind zu schnell, um alles vorausplanen zu können. Wichtiger ist es, stabiles Grundwissen zu vermitteln, auf das systematisch aufgebaut werden kann. Außerdem müssen Fertigkeiten und Fähigkeiten vermittelt werden, wie Wissen erschlossen und Neues gelernt werden kann.
Da das Lerntempo jedes Einzelnen unterschiedlich ist, müssen alle Lernsituationen aus- reichend Zeit und Platz für individuelle Fortschritte lassen.
 
Für Kinder werden wir deshalb

  • schon in der Kita spielerisch Sprachlernen vermitteln.

  • bis zum Ende der Kita so viele grundlegende Kompetenzen und Deutschkenntnisse vermitteln, dass die Kinder im weiteren Bildungsgang an der Grundschule folgen können. in der Grundschule lesen und schreiben lernen können.

  • ausreichend Bewegung ermöglichen, damit sie gesund aufwachsen. Dazu gehören gezielte Sportangebote, aber auch einfaches Austoben.

  • alle Angebote ausweiten, die die Neugier fördern und das spielerische Lernen unterstützen.

  • Geld für Ausflüge und Unternehmungen bereitstellen, das den Kitas zur Verfügung steht und dort verantwortet wird.

  • für ein verpflichtendes Qualitätsmanagement und eine Supervision in Jugendämtern eintreten.


 
Für Schülerinnen und Schüler werden wir deshalb

  • genügend Zeit und Raum für das Erlernen von Lesen und Schreiben, den Grundrechenarten, Informatikgrundkenntnissen / Medienkompetenzen und Englischgrundkenntnissen geben und damit Grundfachkompetenzen stärken.

  • durch Lernbegleitung, z.B. bei Übungsaufgaben, den Lernfortschritt unterstützen.

  • individualisiertes Lernen im eigenen Rhythmus ermöglichen.

  • Schule so gestalten, dass langsameres Lernen nicht als Scheitern, z.B. durch Sitzenbleiben, bestraft wird, sondern das eigene Lerntempo akzeptiert wird.

  • Mehrsprachigkeit fördern und für Abschlüsse anerkennen.

  • in allen Fächern neben Wissensinhalten auch Kompetenzen zum Lernen und Weiterlernen vermitteln.


 
Für junge Menschen in Ausbildung und Berufsschulen/-kollegs werden wir deshalb

  • Zeit geben, eventuell Versäumtes in Ruhe nachzuholen.

  • neben der fachlichen Ausbildung eine gründliche Allgemeinbildung vermitteln.

  • das Lernen im Betrieb durch Hilfestellungen für die Ausbilder unterstützen.

  • ausreichend sowohl fachlich als auch pädagogisch qualifizierte LehrerInnen zur Verfügung stellen.

  • wohnortnahes Lernen ermöglichen, z.B. durch gemeinsame Klassen in artverwandten Berufszweigen.


 
Für Studierende werden wir deshalb

  • Vor- oder Einführungssemester zur Stabilisierung von Grundwissen oder zum Erlernen von wissenschaftlichem Arbeiten nicht auf die Regelstudienzeit anrechnen.

  • durch strukturierte Studieneingangsphasen den Zugang zum Studium erleichtern.

  • den Numerus clausus (NC) als zentrales Auswahlkriterium anpassen und Studienzugänge auch an andere Zugangsvoraussetzungen knüpfen.

  • in den Bachelor-Studiengängen auf eine breite Grundlagenbildung Wert legen.


 
Für Erwachsene werden wir deshalb

  • Alphabetisierung und Grundbildungsangebote flächendeckend, aufsuchend und kostenfrei als Regelangebote vorhalten.

  • bei der Grundbildung auch Englisch und IT-Kenntnisse, aber auch Angebote zu Demokratie, Konsum, Verbraucherschutz und Gesundheit fördern.

  • Angebote der zweiten Chance zum Erwerb eines qualifizierten Schulabschlusses auf allen Abschlussebenen nachfragegerecht ausbauen.

  • Arbeitsbedingungen des Personals und Rahmenbedingungen, wie z.B. die sozialpädagogische Begleitung, werden wir vergleichbar der schulischen Erstausbildung gestalten.


 
6. Angebote und Anreize für Spitzenleistungen
 
Wir leben in einer globalen Wissensgesellschaft. Gerade in Deutschland brauchen wir hochspezialisierte Fachleute, um wirtschaftlich und gesellschaftlich konkurrenzfähig zu bleiben. In allen Altersgruppen und Gesellschaftsschichten gilt es, Talente zu entdecken und zu fördern. Dies gilt nicht nur in der akademischen Welt, sondern auch in Betrieben oder anderen Arbeitszusammenhängen.
 
Mit Spitzenleistung meinen wir dabei die jeweils persönliche Höchstleistung. Die kann sehr verschieden sein – wichtig ist nur, dass auf dem Weg jede Unterstützung zur Verfügung steht. Und das unabhängig von Geldbeutel, Vorbildung oder Herkunft der Eltern oder Familien.
Wir versprechen: wer sich anstrengt, wird nicht an den finanziellen Möglichkeiten des Elternhauses oder fehlenden Bildungsressourcen scheitern.
Um dieses Ziel zu erreichen, werden sich alle Bildungseinrichtungen ändern müssen. Sie müssen sich auf Verschiedenheit einstellen und die individuelle Förderung in den Mittelpunkt stellen.
 
Für unsere Kinder werden wir deshalb

  • ein individuelles Unterstützungsangebot in der Kita vorhalten, damit alle Kinder nach ihren Begabungen gefördert werden.

  • Räume für non-formale Lernprozesse schaffen und die Persönlichkeitsentwicklung unterstützen.

  • die Neugier fördern und das pädagogische Angebot in den Kitas unterstützen und ausbauen. Dazu gehören beispielsweise Angebote für kleine ForscherInnen, aber auch die Zusammenarbeit mit Musikschulen u.v.a.m.


 
Für Schülerinnen und Schüler werden wir deshalb

  • anerkennen, dass Kinder nicht in allen Fächern und Aufgabenstellungen gleich begabt sind. Daher müssen ihnen unterschiedliche Lernfortschritte ermöglicht werden.

  • systematische Begabungsförderung in allen Schulen durchsetzen.

  • anregendes Unterrichtsmaterial in den Schulen zur Verfügung stellen.

  • die MINT-Fächer weiter finanziell fördern.

  • non-formale Lernerlebnisse, wie z.B. Theater-, Tanz-, Kunst- und Sportangebote, ausbauen.

  • über ausgeweitete Berufsorientierung die Vielzahl von Berufs- und Karrierewegen aufzeigen.

  • Schulpreise für besonderes Engagement vergeben.


 
Für junge Menschen in Ausbildung und Berufsschulen/-kollegs werden wir deshalb

  • Berufsschulen und Berufskollegs in enger Verbindung mit Betrieben und Kammern auf den technisch neuesten Stand bringen und halten.

  • über die Unterstützung von Anschlussqualifizierungen (Meister-BAFöG) jederzeit Wege zur Weiterentwicklung öffnen.

  • handwerkliche und praktische Fähigkeiten wertschätzen und auch hier Spitzenleistungen unterstützen und durch Zertifizierung anerkennen.


 
Für Studierende werden wir deshalb

  • Universitäten und Fachhochschulen weiter stärken.

  • ausreichend Masterstudienplätze zur Verfügung stellen.

  • Karrierewege und -optionen eröffnen, auch für den wissenschaftlichen Mittelbau und für die öffentliche Verwaltung.

  • Frauen bei ihrer Karriereplanung besonders unterstützen.

  • Start-ups und Ausgründungen finanziell und organisatorisch unterstützen.


 
Für Erwachsene werden wir deshalb

  • Förderwege und Stipendiensysteme für Neu- und Weiterqualifizierungen ausbauen.

  • unabhängige Qualifizierungs- und Karriereberatung kostenfrei überall anbieten.

  • Freistellungen für berufliche Weiterentwicklung paritätisch finanziert ermöglichen.


 
7. Bildung, die in der Zukunft trägt
 
Die digitale Revolution schreitet fort und verändert Lebens- und Arbeitsbedingungen teilweise sehr grundlegend. Das bedeutet Chancen für Entwicklungen, aber durchaus auch Gefahren für die (Daten-)Sicherheit. Auf beides müssen Kinder und Erwachsene vorbereitet werden.
 
Dazu stellt auch die Globalisierung das Bildungssystem vor besondere Herausforderungen – Kinder, Jugendliche und Erwachsene müssen sich zunehmend einer internationalen Konkurrenz stellen. Neben sprachlichen Fähigkeiten sind vor allem Wissensdurst und kritische Offenheit für Neues entscheidende Erfolgsfaktoren.
 
Für Kinder werden wir deshalb

  • bereits in der KITA kindgerechte Angebote zur Medienerziehung vorhalten, damit Kinder den sinnvollen Umgang mit digitalen Medien lernen und diese besser einschätzen können.


 
Für Schülerinnen und Schüler werden wir deshalb

  • den Breitbandausbau an allen Schulen sicherstellen.

  • die Lehrkräfte mit digitalen Endgeräten und dem dafür notwendigen Wissen z.B. durch Fort- und Weiterbildungsangebote ausstatten, damit sie auf die Bedürfnisse der Kinder eingehen können.

  • digitale Schulbücher und Unterrichtsmaterialien in den Schulen kostenfrei einführen.

  • die Nutzung von digitalen Medien und Serious Games im Unterricht aktiv vorantreiben, aber dort wo es Sinn macht, auch bei analogen Materialien bleiben.

  • vernetztes Denken fördern, indem wir stärker auf fächerübergreifende und projekt-orientierte Lernformen setzen.

  • Medienpädagogik und Medienkompetenz als festen Bestandteil in den Unterricht einbauen, um selbstbestimmt, kritisch und sicher mit Medien umgehen zu können.

  • Wissen zu Grundlagen der Informatik und der Funktionsweise digitaler Prozesse und Anwendungen vermitteln.

  • den Eltern digitale Angebote machen, damit sie die Kinder unterstützen können.

  • Fachkräfte bereitstellen, die bei der Pflege digitaler Medien unterstützen und dort, wo es notwendig ist, auch auf externe ExpertInnen zurückgreifen.


 
Für junge Menschen in Ausbildung und Berufsschulen/-kollegs werden wir deshalb

  • den digitalen Ausbau in den Berufsschulen/-kollegs weiter vorantreiben.

  • die Möglichkeiten der Digitalisierung nutzen und damit Lernen vereinfachen und verbessern, um SchülerInnen für die digitale Arbeitswelt fit zu machen.

  • regelmäßig und zeitnah Ausbildungsinhalte an die digitale Entwicklung anpassen.

  • mit PartnerInnen in Betrieben und zentralen Ausbildungsstellen das Anwendungslernen optimieren.


 
Für Studierende werden wir deshalb

  • die Möglichkeiten der Nutzung digitaler Lehrformate konsequent weiterentwickeln. Ziel ist, die Lehrveranstaltungen didaktisch weiter zu entwickeln und die Zugangsbarrieren zum Studium für Studierende zu verringern.

  • die Vernetzung der Hochschulen in der digitalen Lehre konsequent vorantreiben, um die gegenseitige Anerkennung von Lerninhalten zu ermöglichen und Studierenden damit die Möglichkeit geben, Lerninhalte an räumlich unterschiedlichen Orten zu erwerben.

  • ausreichende Fördermittel für die Weiterqualifizierung der Lehrenden an den Hochschulen unseres Landes zur Verfügung stellen, damit sich die Qualität der Lehre zeitgerecht weiterentwickeln kann.


 
Für Erwachsene werden wir deshalb

  • Weiterbildungsangebote und berufsbegleitende Studiengänge digital und frei verfügbar machen.

  • Volkshochschulen weiterentwickeln zu offenen Lern- und Bildungshäusern.

  • technikbasierte Lerninnovationen für alle verfügbar machen und durch LernbegleiterInnen unterstützen.

  • in der beruflichen oder zertifikatsgebundenen Bildung digitale Optimierungswerkzeuge (learning analytics) einsetzen, um Lernprozesse zu unterstützen.

  • die Entwicklung passgenauer Lernbausteine zur Unterstützung des individuellen Lernfortschritts finanzieren.

  • Anerkennungsverfahren für informell und nonformal erworbene Lerninhalte vereinfachen und beschleunigen.

  • Zertifikate digitalisieren und individuell und fälschungssicher anlegen.


 
Gute Bildung braucht eine gute Finanzierung
 
NRW wird Spitzenreiter bei den Bildungsausgaben
 
Wir wissen alle: Wenn wir bei der Bildung sparen, wird sich das früher oder später rächen. Und trotzdem liegt Deutschland bei den Bildungsausgaben deutlich, d.h. rund 30 Milliarden Euro pro Jahr, unter dem OECD-Durchschnitt. Und NRW liegt noch unter dem Bundesdurchschnitt. Deshalb ist unser klares Ziel, Spitzenreiter im Bundesdurchschnitt zu werden und dazu den Bildungsetat sukzessiv zu erhöhen.
 
Durch die Verteilung der zusätzlichen Gelder muss Bildungsgerechtigkeit hergestellt werden. Zunächst heißt das, dass wir Bildung im gesamten Lebensverlauf beitragsfrei machen. Und es heißt, dass bei größeren Herausforderungen auch die personellen und Sachausstattungen besser sein müssen. Das alles sind Investitionen in die Zukunft.
 
Dabei gilt für alle Bereiche die Forderung „Ungleiches muss ungleich behandelt werden“. In diesem Zusammenhang muss auch eine sozialindexbasierte Verteilung von Mitteln in allen Bildungsbereichen geregelt werden. Noch immer ist Bildung und Teilhabe abhängig vom Geldbeutel der Eltern. Dies will die Sozialdemokratie ändern. Gerechtigkeit im Bildungssystem kann nur über ein beitragsfreies Bildungssystem erreicht werden. In diesem Zusammenhang müssen einheitliche Qualitätsstandards und Schulbaurichtlinien konsequent umgesetzt werden. Des Weiteren müssen Lösungen zur dauerhaften Finanzierung von Inklusion, Ganztag und Schulsozialarbeit gefunden und implementiert werden.
 
Wir brauchen einen New Deal. Eine neue Verantwortungsgemeinschaft zwischen Bund, Land und Kommunen ist hier gefragt. Zuständigkeiten sind für Familien - aber auch für Schulen - nicht mehr durchschaubar und Strukturen so angelegt, dass sie Prozesse eher lähmen als Lösungen auf akute Probleme bereitstellen, wie z.B. bei der Finanzierung des Ganztages, einer Schulbaurichtlinie oder bei der Finanzierung des Digitalpaktes. Insgesamt setzen wir uns für eine Aufhebung des Kooperationsverbotes zwischen Bund und Ländern ein.
 
Regionale Bildungsnetzwerke leisten hier einen wichtigen Beitrag. Sie vernetzen Schulen mit den kommunalen Schul-, Jugend- und Sozialhilfeträgern und der Schulaufsicht. Wir müssen bei vorhandenen Vernetzungen und Partnerschaften genau prüfen, wie diese zum Wohl der Kinder verbessert und ausgeweitet werden können.
Regionale Bildungsnetzwerke spielen auch in der Weiterbildung eine wichtige Rolle, insbesondere beim Ausbau unabhängiger Beratungsstrukturen und bei der Sicherstellung eines qualitätsvollen und umfassenden Weiterbildungsangebots. Die Koordinierungsfunktion sollte (wie bislang nach Gesetz) bei den Volkshochschulen liegen und muss personell und organisatorisch abgesichert werden.
 
Für Kinder werden wir deshalb

  • die Ausgaben im Bereich der frühkindlichen Bildung deutlich erhöhen, um die realen Bedarfe abdecken und Qualitätsverbesserungen finanzieren zu können.

  • eine Sockelfinanzierung der Kitas einführen, um die Planungssicherheit für die Kita-Träger zu erhöhen und gesicherte Perspektiven für die Beschäftigten zu bieten.

  • die Ausbildung der ErzieherInnen wertschätzen und diese nach Tarif und sozialversichert bezahlen.

  • die Kita-Beiträge landesweit abschaffen, gesundes Essen fördern und perspektivisch auch die zusätzlichen Kosten für Frühstück und Mittagsverpflegung ganz abschaffen.


 
Für Schülerinnen und Schüler werden wir deshalb

  • die Schulen besser finanziell ausstatten.

  • die Lehrkräfte gerecht entlohnen - A13Z als Eingangsamt durchsetzen.

  • danach schrittweise die ungleiche Bezahlung von angestellten und verbeamteten Lehrkräften aufheben.

  • Schulen nach ihren Herausforderungen im Sozialraum fördern und einen schul- scharfen Sozialindex einführen.

  • die Finanzierung des Ganztags sicherstellen.

  • die Zusammenarbeit zwischen Schule und der wirtschaftlichen Jugendhilfe stärken.

  • Schulsozialarbeit auskömmlich und durch eine Regelfinanzierung ausstatten.

  • SchulsozialarbeiterInnen und das pädagogische Fachpersonal besser entlohnen.


 
Für junge Menschen in Ausbildung und Berufsschulen/
-kollegs werden wir deshalb

  • dafür Sorge tragen, dass die finanziellen Herausforderungen, z.B. die Umstellung auf G9, nicht zu Lasten der Berufsschulen gehen.

  • finanzielle Anreize für BerufsschullehrerInnen schaffen.

  • die Qualität der Ausbildung stärken und uns dafür einsetzen, dass die Ausbildung in faire Arbeit, mit guter Bezahlung und guten Arbeitsbedingungen mündet.

  • die Ausbildungsmindestvergütung auch in NRW konsequent vorantreiben.

  • die Finanzierung von Schulsozialarbeit fördern.


 
Für Studierende werden wir deshalb

  • ausreichend Studienplätze bei besserer Betreuungsquote finanzieren.

  • Projektfinanzierungen einschränken und Regelfinanzierungen ausbauen.

  • ausreichende Kapazitäten im Bachelor-/Masterstudium zur Verfügung stellen.

  • die Hochschulen baulich zu modernen Orten der Wissensvermittlung weiterentwickeln.

  • auch zukünftig aufwachsend mehr Geld investieren, um gute Lehre und intensive Betreuung zu realisieren.

  • die Hochschulen für angewandte Wissenschaft finanziell stärken, um den gewandelten Anforderungen in Forschung und Lehre gerecht zu werden.


 
Für Erwachsene werden wir deshalb

  • die Landesfinanzierung für die Weiterbildung auf 10 Euro je EinwohnerIn anheben.

  • Stipendien- und Förderprogramme auskömmlich finanzieren.

  • öffentliche Weiterbildungsorte schaffen und die bestehenden modernisieren und dazu Landesfinanzierungen bzw. Bürgschaften bereitstellen.

  • mit den Tarifpartnern Vereinbarungen über Freistellungen für Weiterbildung treffen.

  • ausreichend Geld und Ressourcen für Teamteaching bereitstellen.

Änderungsanträge

  • L-04-01

    AntragstellerInnen OV Bad Honnef

    Der Landesparteitag möge beschließen:

    Seite 67 ff. , Zeile 171 ff. , Ändern

    Übernehme unten anstehende Änderungen für den Leitantrag L-04:

     

    1. Änderung

     

    Zeile 171, Textzeile einfügen:

    1. Räumlichkeiten, die individuelles Lernen ermöglichen und motivieren

     

    2. Änderung

     

    Zeile 694, Textpassage einfügen:

    1. Räumlichkeiten, die individuelles Lernen ermöglichen und motivieren

    Ein Unterricht, der auf die Entfaltung jedes einzelnen Kindes in einer heterogenen Lerngruppe abzielt, erfordert eine Lernkultur, die durch eine Vielfalt an Lernsituationen und methodischen Zugängen den Selbstbildungsprozess in der Gemeinschaft mit anderen ermöglicht. Viele Kinder und Jugendliche verbringen einen Großteil ihrer Zeit in dringend sanierungsbedürftigen Kitas und Schulen mit viel zu wenig Räumlichkeiten und Platz zur freien Entfaltung. Die konzeptionelle Umsetzung der Veränderung der Räumlichkeiten muss zwingend mit dem Team der Schule (Schulleitung, Lehrerschaft, Eltern, Schüler*innen) entwickelt werden. Die Schulträger müssen sich den Entwicklungswünschen stellen.

    Wir stellen den Kommunen Geld für den Ausbau und die Sanierung von Schulen zur Verfügung, damit eine hochwertige und zeitgemäße Bildung für alle gelingt.

     

    (Dadurch verschiebt sich die Nummerierung. So wird 4. soziale und demokratische Kompetenz zu 5. soziale und demokratische Kompetenz u.s.w.).

    Begründung

    Einfluss auf das Lernen von Menschen haben soziale Beziehungen, Lehrpersonen und Räume. Deswegen werden Räume auch als die dritten Pädagogen bezeichnet. Menschen fühlen sich spontan von ihrer Umgebung positiv oder negativ angesprochen, doch leider ist der Investitionsstau an Schulen immens. Nackte Betonwände, dunkle lange Flure, schlecht klimatisierte und viel zu schlecht schallisolierte Räume motivieren nicht zum Lernen. Die meisten unserer Sinne reagieren mit Abwehr und signalisieren: „lieber nicht betreten“. Diese Räume sind schlechte Lehrerinnen.

     

    Deswegen müssen die räumlichen Bedingungen zwingend in unser Bildungspapier, sonst kann beste Bildung nicht gelingen.

    Empfehlung der AntragskommissionAblehnung
  • L-04-02

    AntragstellerInnen UB Hochsauerlandkreis

    Der Landesparteitag möge beschließen:

    Seite 65 ff. , Zeile n.b., Einfügen

    Der beruflichen Bildung, Aus- und Weiterbildung, ist der gleiche Stellenwert wie einem Studium einzuräumen. Das heißt,

    • das duale System der Berufsausbildung ist in Zukunft noch umfassender und stärker als bisher zu fördern. Auszubildende sollen, ähnlich den Studentinnen und Studenten ein kostenfreies Ausbildungsticket erhalten. Dieses Ticket soll staatlich gefördert werden. Ohne mehr und bessere Fachkräfte mit guten Einkommen lassen sich unsere Wirtschaftskraft und damit unsere Zukunft nicht sichern.
    • auch die berufliche Weiterbildung ist zukünftig noch umfassender und stärker als bisher zu fördern. Neben einer besseren Förderung von Meistern und Technikern muss auch die Weiterbildung während der Berufsausübung gesetzlich besser gewährleistet werden. Sie muss kostenneutral und mit einer Jobgarantie versehen sein, für die, die sich weiterbilden wollen. Der Umfang ist festzulegen und muss gesetzlich geregelt werden.
    Empfehlung der AntragskommissionErledigt durch Annahme von L-04 in Fassung der Antragskommission
  • L-04-03

    AntragstellerInnen KV Lippe

    Der Landesparteitag möge beschließen:

    Seite 78, Zeile 779, Ergänzen

    Ergänze auf Seite 78 in Zeile 779:

    • Die Segregation durch Privatschulen verhindern.
    Begründung

    Unser Grundgesetz eröffnet ausdrücklich die Möglichkeit zur Errichtung von Schulen in freier Trägerschaft. Dies sollte verhindern, dass das Bildungssystem erneut zur Indoktrination genutzt werden kann. Gleichzeitig steht dort  „eine Sonderung der Schüler nach den Besitzverhältnissen der Eltern“ (Art. 7) solle  nicht gefördert werden.

     

    Die Entwicklung der letzten Jahre zeigt einen stärker werdenden Anteil von Privatschulen. Neben Schulen, die durch ihr alternatives Konzept die Schullandschaft bereichern, entstehen aber auch immer mehr Schulen, die in der Realität zu einer Absonderung wohlhabender Familien führt, auch wenn sie theoretisch offen für alle ist.

     

    Oftmals ergeben sich Probleme für die gesamte Schullandschaft vor Ort, weil Angebote an anderen Schulen durch eine Verringerung der Schülerzahlen für die verbleibenden Schüler*innen, gestrichen werden müssen.

    Empfehlung der AntragskommissionAnnahme in der Fassung der Antragskommission

    Ergänze auf Seite 78 in Zeile 779 in der Fassung der Antragskommission:


    • dafür sorgen, dass öffentliche Schulen genau so gut ausgestattet sind wie Schulen in privater Trägerschaft. Wir wollen, dass Schulen in privater Trägerschaft die Ausnahme bleiben.

  • L-04-04

    AntragstellerInnen NRW Jusos

    Der Landesparteitag möge beschließen:

    Seite 66 ff., Zeile 66 ff., Ändern

    1. Füge ein in Z. 103 nach „NRW“:

    „und der Reproduktion von Ungleichheit im dreigliedrigen Schulsystem“

     

    2. Ersetze in Z. 414 „für BAFöG-“ durch: „das BAFöG elternunabhängig machen, für“

     

    3. Ergänze in Z. 415 nach „sorgen“:

    „und die strenge Kopplung an die Regelstudienzeit auflösen“

     

    4. Füge ein nach Z. 423:

    „den Hochschulzugang mit einem höheren Berufsabschluss, wie dem Meister, problemlos ermöglichen.“

     

    5. Streiche in Z. 537 „starre“

     

    6. Streiche in Z. 543 „an betriebliche Anforderungen“

     

    7. Füge ein nach Z. 717:

    „Auch die gendersensible Bildung von der Kita bis in die Weiterbildung muss an zentraler Stelle stehen, um die institutionelle Reproduktion von Geschlechterungleichheiten zu verhindern.“

     

    8. Füge ein nach Z. 721:

    „Stets Begegnungen auf Augenhöhe schaffen, in denen ihre Bedürfnisse ernstgenommen werden ein respektvoller Umgang vorgelebt wird.“

     

    9. Füge ein in Z. 803 vor „Mitbestimmung“:

    „gleichberechtigte“

     

    10. Ersetze in Z. 803 „allen Gruppen sichern“ durch „den Gremien garantieren“

     

    11. Füge ein nach Z. 897:

    „Mit Mentoring-Programmen den Einstieg in den Studienalltag erleichtern.“

     

    12. Ersetze in Z. 980 „weiter“ durch „in der Breite“

     

    13. Ersetze Z. 981-982 durch: „Eine Masterplatzgarantie geben.“

     

    14. Füge ein in Z. 1029 nach „Schulen“:

    „samt entsprechender Geräte“

     

    15. Füge ein in Z. 1075 vor „Weiterqualifizierung“:

    „didaktische“

     

    16. Streiche in Z. 314-315 „-/Master“

     

    17. Ergänze in Z. 315 nach „stellen“:

    „und Masterstudienplätze garantieren“

    Empfehlung der AntragskommissionAnnahme/ Annahme in Fassung der Antragskommission/ Ablehnung

    Zu 1.:
    Annahme in Fassung der Antragskommission:
     
    Füge ein in Zeile 103 nach „NRW“:
    und der Reproduktion von Ungleichheit
     
    Zu 2. bis 4.:
    Annahme
     
    Zu 5. und 6.:
    Ablehnung
     
    Zu 7.:
    Annahme in Fassung der Antragskommission:
     
    Wir wollen von der Kita bis zur Weiterbildung sicherstellen, dass Vorurteile aufgrund des Geschlechts abgebaut und Ungleichheiten zunehmend aufgelöst werden.
     
    Zu 8. bis 12.:
    Annahme
     
    Zu 13.:
    Ablehnung
     
    Zu 14. und 15.:
    Annahme
     
    Zu 16. und 17.:
    Ablehnung

  • L-04-05

    AntragstellerInnen UB Münster

    Der Landesparteitag möge beschließen:

    Seite 66 ff. , Zeile 104 ff. , Ändern

    Übernehme folgende Änderungen für L-04 (Fassung Antragskommission):

     

    1. Ergänze in Zeile 104 nach „Schritt“:

    „in Richtung Zweisäuligkeit“

    und weiter:

    „Darum soll an jeder Schulform jeder Abschluss erworben werden können.“

     

    2. Ersetze in Zeile 356 „soziale Auslese“ durch „Ungleichheit“

     

    3. Streiche Zeile 491/492 ganzer Punkt:

    „Fächer relativieren ohne Spezialisierungen aus dem Auge zu verlieren“

     

    4. Füge ein nach 742 als neuer Punkt:

    „die stimmberechtigte Teilhabe von Schülervertreter*innen in Fachkonferenzen ermöglichen“

     

    5. Füge ein in Zeile 660 Absatz wieder ein:

    „-     Lehrkräfte, insbesondere im Bereich der politischen oder geschichtlichen Bildung, als Vorbild für das Erlernen von Demokratie und Mitwirkung ausbilden.“

     

    6. Füge ein in Zeile 747 nach „Stellen“

    „Das politische Mandat von Schüler*innenvertretungen wollen wir stärken“

     

    7. Ersetze Zeile 803 „Mitbestimmung in allen Gruppen sichern“ durch:

    „Paritätische Mitbestimmung in allen Gremien sichern“

    Empfehlung der AntragskommissionAblehnung/ Annahme

    Zu 1. bis 3.:
    Ablehnung
     
    Zu 4. bis 7.:
    Annahme

  • L-04-06

    AntragstellerInnen OV Bad Honnef

    Der Landesparteitag möge beschließen:

    Seite 67 ff. , Zeile 176 ff. , Ändern

    Übernehme unten anstehende Änderungen für den Leitantrag L-04:

     

    1. Änderung

    Zeile 176, streiche das Wort „Spitzenleistungen“ und ersetze durch:

    1. ….. um Begabungen zu entdecken und Motivation zu fördern

     

    2. Änderung

    Zeile 915, streiche das Wort „Spitzenleistung“ und ersetze durch:

    um Begabungen zu entdecken und Motivation zu fördern

     

    3. Änderung

    Zeile 920 (hinter „bleiben.“), Textpassage einfügen:

    Diese Globalisierung stellt auch das Bildungssystem vor besondere Herausforderungen – Kinder, Jugendliche und Erwachsene müssen sich zunehmend einer internationalen Konkurrenz stellen. Neben kommunikativen und sprachlichen Fähigkeiten sind vor allem Wissensdurst, kritische Offenheit, Frustrationstoleranz, Fleiß und Durchhaltevermögen entscheidende Erfolgsfaktoren. Deshalb ist es eine wesentliche Aufgabe des Bildungssystems Kreativität und Forschergeist zu wecken und zu stärken. Die Kinder müssen sich wirklich interessieren, damit sie motiviert sind und ihre Begabungen entdecken können.

     

    4. Änderung

    Zeile 926/927, streiche folgende Sätze:

    Mit Spitzenleistung meinen wir dabei die jeweils persönliche Höchstleistung. Die kann sehr verschieden sein

     

    5. Änderung

    Zeile 928, streiche „nur“:

    Wichtig ist nur, dass auf dem Weg…..

    Begründung

    Das Wort Spitzenleistung erinnert zu sehr an Lindner und ähnliche. Muss es in einer zunehmend stressgeplagten Gesellschaft mit rasanter Zunahme psychischer Erkrankungen schon im Schüler*innenalltag immer höher und weiter als Zielperspektive gebe? Problem ist, dass die gesellschaftliche Ebene - die Notwendigkeit von Spitzenleistung in der globalen Konkurrenz - und die individuelle Ebene - die Entfaltung der Persönlichkeit und Entwicklung der Begabungen - nicht hinreichend getrennt werden.

    Mit dem Begriff „Spitzenleistung“, auch wenn ihn die Erklärung modifiziert, erzeugen wir bei den Lesenden nicht das Bild von „Rot pur“. Und in den Köpfen bleibt nur das Wort zurück!

    Empfehlung der AntragskommissionAblehnung
  • L-04-07

    AntragstellerInnen OV Bad Honnef

    Der Landesparteitag möge beschließen:

    Seite 67 ff. , Zeile 175, Ändern

    Übernehme unten anstehende Änderungen im Leitantrag L-04:

     

    1. Änderung

    Zeile 175, ergänze das Wort „nachhaltig“:

    1. Bildung, die nachhaltig in der Zukunft trägt

     

    2. Änderung

    Zeile 999, ergänze durch „nachhaltig“:

    1. Bildung, die nachhaltig in der Zukunft trägt

     

    3. Änderung

    Zeile 1000, Textpassage einfügen:

    Um zukünftigen Generationen weiterhin ein gutes Leben auf unserem Planeten zu ermöglichen, ist es dringend erforderlich ökologisches, ökonomisches und soziales Verantwortungsbewusstsein zu erlernen.

    Dieses Verantwortungsbewusstsein muss sich im konkreten Handeln zeigen und Nachhaltigkeit zum Lebensprinzip werden lassen.

    Auch ….

    Begründung

    Unsere Zukunft im wirklichen Leben ist „Analog“, auch wenn wir in unserer analogen Welt digitale Medien benutzen.

    Die Zukunft wird im Bildungspapier allerdings nur digital beschrieben. Hier muss dringend der Nachhaltigkeitsaspekt mit aufgenommen und kurz erklärt werden. Denn ohne gesunde (analoge) Welt brauchen wir auch keine Digitalisierung.

    Empfehlung der AntragskommissionAblehnung
  • L-04-08

    AntragstellerInnen OV Bad Honnef

    Der Landesparteitag möge beschließen:

    Seite 76, Zeile 654-656, Ändern

    Übernehme unten anstehende Änderungen im Leitantrag L-04:

     

    Zeilen 654 bis 656, streiche folgeden Satz:
    Sie müssen deshalb auch im Zweifel mit Sanktionen rechnen, wenn sie dieser Funktion nicht nachkommen.

    Begründung

    Dieser Satz gehört kann nicht in einem Bildungspapier von Sozialdemokrat*innen stehen. Die engagierten Kolleg*innen - und genau die sind es, die das Papier ggf. lesen - werden empört sein. Nur ein wertschätzender Umgang wird positive Ergebnisse erzielen und das schreiben wir ja auch. Die „Sanktionen“ machen, in Zusammenarbeit mit dem Wort „Spitzenleistung“ unser Bildungspapier unglaubwürdig. Wir müssen inhaltlich und in unserer Art und Weise zu kommunizieren unseren Werten und unserem Leitmotiv „Rot Pur“ treu bleiben.

    Empfehlung der AntragskommissionAblehnung
  • L-04-09

    AntragstellerInnen OV Bad Honnef

    Der Landesparteitag möge beschließen:

    Seite 69 ff. , Zeile 251 ff. , Ändern

    Übernehme unten anstehende Änderungen im Leitantrag L-04:

     

    Zeile 251 bis Zeile 341

    Zeile 367 bis Zeile 432

    Zeile 451 bis Zeile 566

    Zeile 604 bis Zeile 692

    Zeile 719 bis Zeile 818

    Zeile 940 bis Zeile 1099

    an diesen Stellen streichen

     

    und als Anlage zum Bildungspapier mit der Überschrift „konkrete Maßnahmen, die mit dem Bildungspapier verbunden sind“

    sortiert nach:

    Für unsere Kinder werden wir deshalb

    Für unsere Schülerinnen und Schüler werden wir deshalb

    Für junge Menschen in Ausbildung und Berufsschulen/-kollegs werden wir deshalb

    für Studierende werden wir deshalb,

    für Erwachsene werden wir deshalb,

    anhängen

    Begründung

    Die konkreten Maßnahmen sind grundsätzlich gut an diesen Stellen platziert, weil sie konkretisieren, was gemeint ist und somit das Papier anschaulicher gestalten.

    Allerdings verlängern sie das Papier überflüssigerweise, verwirren beim Lesen und sind, logischerweise, teilweise redundant.

    Darüber hinaus können sie, fixiert im Antrag, nicht modifiziert oder ergänzt werden!

    Eine Öffnung ist jedoch dringend erforderlich, da mit dem Papier weitergearbeitet werden und es somit auch weiterentwickelt werden soll.

    Wenn wir die konkreten Maßnahmen, sortiert nach Kindern, Schülerinnen, Studierenden etc. als Anlage zum Bildungspapier anfügen, können Redundanzen erkannt und gestrichen und ggf. vergessene aber notwendige Maßnahmen ergänzt werden.

    Auch können Interessierte, sich leichter einen Überblick verschaffen und konkrete Maßnahmen leichter finden. Somit bekommt das Papier eine größere Bedeutung.

    Empfehlung der AntragskommissionAblehnung