Ä-1694 zum L-01

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Medizinische und rehabilitative Versorgung und Pflege sind eine Teamleistung, in der Berufspraxis müssen die Beteiligten Hand in Hand arbeiten. Auf diese gemeinsame Zusammenarbeit bereitet das jetzige Ausbildungssystem zu wenig vor. Pfleger*innen, Therapeut*innen sowie Ärzt*innen kommen häufig erst im Berufsalltag, aber nicht in Ausbildung und Studium miteinander in Kontakt. Wir setzen uns für mehr interdisziplinäre Ausbildungsanteile ein, um die Basis für die gemeinsame Zusammenarbeit zu verbreitern.

 

Der Fachkräftemangel in der Pflege und den therapeutischen Gesundheitsfachberufen wird durch mangelnde Bildungs- und Aufstiegsperspektiven mit verursacht. Wir schaffen in NRW auch für diese Berufe die Rahmenbedingungen, um von der Ausbildung bis zur Promotion in den entsprechenden Berufsfeldern gelangen zu können. Hiermit einher geht die Förderung von Forschung in den Therapieberufen und der Pflege auch auf universitärem Niveau.

Begründung:

 

In den letzten rund 15 Jahren wurden in NRW wichtige Schritte im Hinblick auf eine Verbesserung der Ausbildung in den Gesundheitsfachberufen getan. Im Rahmen von Modellklauseln werden hochschuliche Ausbildungsangebote erprobt, hierfür wurde auch die hsg Bochum gegründet. Das Schulgeld für Therapieberufe wurde abgeschafft, in Bielefeld wurde ein Studiengang mit dem Schwerpunkt Allgemeinmedizin neu gegründet, mit dem Forschungsschwerpunkt „Medizin für Menschen mit chronischen Erkrankungen und Behinderungen“.

Letzteres eindeutig ein interdisziplinäres Arbeitsfeld, jetzt könnte noch die Chance bestehen, neben den angehenden Ärzt*innen auch Therapeut*innen und Pfleger*innen in die hochschuliche Ausbildung und Forschung mit einzubeziehen.

Die genannten Maßnahmen in NRW helfen, den Fachkräftemangel zu bekämpfen, es mangelt aber an einer gemeinsamen Strategie für den Bereich der medizinischen und rehabilitativen Versorgung und Pflege, die alle, wenn auch in unterschiedlichen Ausprägung, hiervon betroffen sind. Wenn von der Ausbildung an auf eine spätere gemeinsame Zusammenarbeit abgezielt wird, kann sowohl die Versorgung als auch die Berufszufriedenheit gesteigert werden.

Dies gilt ebenso, wenn berufliche Perspektiven über den Kern der eigenen Berufsausübung hinaus geschaffen werden, bis hin zur Weiterentwicklung der Berufe durch die entsprechenden Forschungsmöglichkeiten.

Empfehlung der Antragskommission:
Übernommen in Neufassung der Antragskommission zu L-01 REGIERUNGSPROGRAMM