Ä-1355 zum L-01

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Der gesellschaftliche Wandel zeigt sich auch in einer
zunehmenden religiös-weltanschaulichen Vielfalt. Deshalb soll die
geplante Bildungskommission ein Curriculum für ein Pflichtfach
„Ethik/Religionskunde“ für alle Schülerinnen und Schüler
entwickeln, um ihre interkulturellen Kompetenzen zu stärken, eine
gemeinsame Wertebasis zu vermitteln und damit den sozialen
Frieden und den demokratischen Zusammenhalt zu sichern.

Begründung:

 

Die Lebenswirklichkeit in NRW ist zunehmend durch eine religiösweltanschauliche Pluralität und Vielfalt geprägt. Im Schuljahr 2020/2021
waren 28,4 Prozent der Grundschüler*innen in NRW evangelisch, 30,8
Prozent katholisch, 20,2 Prozent islamisch und 21,5 Prozent
konfessionslos. Eine Schattenseite dieser Entwicklung sind
Spaltungstendenzen durch Lagerbildungen und identitäre Blasen, auch
im Bereich der Schulen.
Die Einführung eines gemeinsamen wertebildenden interkulturellen
Fachs „Ethik / Religionskunde“ für alle Schülerinnen und Schüler wäre
deshalb nicht nur für die Schule sinnstiftend. Hier würde miteinander,
nicht übereinander geredet und im Dialog eine gemeinsame
demokratische Wertebasis entwickelt. Religiöse und philosophische
Traditionen sowie religionskritische Perspektiven würden – auf Grundlage
der Menschenrechte – gleichrangig als Quellen für Moral, Orientierung
und Zusammenhalt thematisiert.
In anderen Bundesländern und Nachbarstaaten gibt es bereits einen
solchen integrativen Unterricht, z.B. „Ethik“ in Berlin und Luxemburg,
„Lebensgestaltung / Ethik / Religionskunde“ in Brandenburg oder
Religionskunde in Schweden und Norwegen.
Ein gangbarer Weg zur Einführung in NRW wäre der inhaltliche und
schulorganisatorische Ausbau des derzeitigen Ersatzfaches PP
(praktische Philosophie) zum Pflichtfach für alle. Da eine Ausweitung der
Stundentafel eher unrealistisch wäre, könnte dieses neue Fach epochal
mit dem verfassungsgeschützten konfessionsgebundenen
Religionsunterricht abwechseln.
Denkbar erscheint auch die Zusammenführung der konfessionellen
Religionsfächer mit der praktischen Philosophie. Was in der CoronaPandemie notgedrungen möglich war und „inoffiziell“ bereits an
innovativen Schulen praktiziert wird, ließe sich über freiwillige
Kooperationen der rechtstragenden Religionsgesellschaften oder durch
die Umwandlung von einzelnen Schulen in „bekenntnisfreie“ nach Art. 7
GG auch ohne Verfassungsänderungen umsetzen

Empfehlung der Antragskommission:
Ablehnung
Version der Antragskommission:

Identisch mit dem ersten Ä-1355 aus Düsseldorf.