Ä- zum L-01

Wir wollen den Ausstieg aus der Tierwirtschaft und tiergerechte Haltungsformen in der Landwirtschaft unterstützen.

Begründung:

 

60 Kilogramm Fleisch pro Person werden in Deutschland pro Jahr verzehrt. Laut Greenpeace werden dafür mehr als 770 Millionen Schweine, Rinder, Hühner, Puten, Schafe und weitere Tiere geschlachtet. Die Lebensbedingungen für die Tiere auf konventionellen Höfen sind oft optimierungsbedürftig. Die Schäden der Fleischproduktion sind evident. Mehr als 80 Prozent der Treibhausgasemissionen aus der Ernährung gehen in Europa auf den Konsum von Fleisch, Milch und Eiern zurück. Das Futter, das die Welt nach Deutschland exportiert, würde eine Fläche von der Größe Hessens einnehmen. Die Massentierhaltung schädigt Böden und Wasser, bringt Krankheiten sowie Antibiotikaresistenzen hervor und begünstigt katastrophale Arbeitsbedingungen.

Eine Studie des Bündnisses „Gemeinsam gegen die Tierindustrie“ belegt, dass in Deutschland mindestens 13,2 Milliarden Euro öffentliches Geld jedes Jahr in Erzeugung, Verarbeitung und Vertrieb von Fleisch fließt. Den größten Anteil macht dabei mit rund fünf Milliarden Euro die ermäßigte Mehrwertsteuer auf tierische Lebensmittel aus. Hinzu kommen landwirtschaftliche Direktzahlungen der EU für die Erzeugung von Futtermitteln (2,9 Milliarden Euro) und die Agrarsozialpolitik für Landwirtinnen und Landwirte, die vor allem von der Tierhaltung leben (2,7 Milliarden Euro). Dazu kommen unterschiedliche direkte und indirekte Subventionen wie die Finanzierung von Landwirtschaftsberatung, günstige Kredite, Steuervergünstigung von Agrardiesel, die Befreiung landwirtschaftlicher Fahrzeuge von der Kraftfahrzeugsteuer, Einsparungen bei der EEG-Umlage sowie Förderungen des Landwirtschaftsministeriums. Die Autorinnen und Autoren der Studie vermuten, dass die Summe jedoch noch deutlich höher liegt.

Es ist daher geboten, den Abbau von Produktionskapazitäten zu unterstützen, damit Betriebe zukünftig deutlich weniger Tiere bzw. „viehlos“ produzieren. Nach einer Umfrage von Agrarökonomen an der Universität Kiel können sich 60% der Schweineproduzenten einen bezahlten Ausstieg aus der Schweinehaltung vorstellen. Den Landwirten muss in Form von speziellen Förderprogrammen eine Perspektive für die Umstellung auf tiergerechte bzw. tierlose Betriebe geboten werden.

Empfehlung der Antragskommission:
Ablehnung